Codenames ist ein kurzweiliges Ratespiel

17. März 2019 - Alexander Schmidt

Codenames - Das knifflige Ratespiel für Sprachgenies | Rezension


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Bei Codenames dreht sich alles um Wörter und ihre Bedeutungen. Lohnt sich das Spiel des Jahres 2016?

Esel, Affe, Maus… Ok, das ist einfach, ich sage: „Tier – 3“! Ich bin in dieser Runde der Geheimdienstchef des blauen Geheimdienstes, Anika ist die Chefin des roten. Ich habe meinen Code durchgegeben und und nun ist mein Team von 2 Agenten an der Reihe. Meine Anweisung bedeutet: sie müssen nun auf dem Spielfeld 3 richtige Wortkarten benennen zu denen der Codename „Tier“ passt.

„Esel“ sagt Agentin Anne sofort.  „Affe“ folgt Agent Patrick. Super, das läuft ja gut! Doch dann fangen die beiden an zu diskutieren und mir schwant Übles, ich habe etwas übersehen… „Strauß“ verkündet Patrick und ich fluche innerlich. Bei dem Wort hatte ich nur an Blumen gedacht und ganz ausgeblendet, dass es auch ein Tier ist. Mist!!!

Codenames im Überblick

  • Spieltyp: Ratespiel, Familienspiel, Partyspiel
  • Alter: ab 14 Jahren
  • Spieler: 2 – 8 Spieler
  • Dauer: ca. 15 min.
  • Verlag: Czech Games Edition / Heidelberger Spieleverlag / Asmodee
  • Spielautor: Vlaada Chvátil
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Preise: Spiel des Jahres 2016
  • Spielziel: Durch vernetztes Denken gute Codenamen für mehrere Wörter finden bzw. diese korrekt erraten und so als erstes Team alle Agenten des eigenen Geheimdienstes kontaktieren.

Asmodee Codenames, Spiel des Jahres 2016, Familienspiel, Ratespiel, Deutsch
Asmodee Codenames, Spiel des Jahres 2016, Familienspiel, Ratespiel, Deutsch
Schnelles Familien-Spiel für 2 - 8 Geheimagenten; Kompetitives Kommunikations-Spiel ab 10 Jahren
17,99 EUR Amazon Prime
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So wird Codenames gespielt

Code und Agenten bei Codenames

Das sehen die Geheimdienstchefs bei CodenamesZunächst bildet ihr 2 Teams, die möglichst gleich groß und gleich stark sein sollten. Gleich stark heißt in dem Fall, dass in etwa die gleiche Sprachkompetenz vertreten sein soll. Theoretisch kann man nämlich auch mit Kindern spielen, die jünger als 14 sind, aber es sollten nicht 2 Erwachsene gegen 2 Kinder spielen. Jedes Team wählt einen Geheimdienstchef.

Nun werden die (beidseitig bedruckten) Wortkarten gut durchgemischt und ein Raster von 5 x 5 damit ausgelegt. Diese Wortkarten stehen bei Codenames für Personen. Dahinter verbergen sich entweder rote Agenten, blaue Agenten, unbeteiligte Zuschauer oder der Attentäter. Wer hinter welchem Wort steckt, wird in jeder Runde durch die Code-Karte bestimmt, die nur von den beiden Geheimdienstchefs gesehen wird. Daher ist es am Besten, wenn diese sich auf eine Seite des Tisches setzen und die übrigen Agenten beider Teams auf die andere.

Ihr zieht zufällig eine der quadratischen Codekarten und stellt sie mit einer beliebigen Seite in dem kleinen Standfuß so auf, dass nur die Geheimdienstchefs sie sehen können. Die übrige Agenten, die Ermittler, dürfen diese auf keinen Fall sehen!

Auf jeder Codekarte ist außen durch 4 abgebildete Warnleuchten in Rot oder Blau markiert, welches Team anfängt. Da das Spiel sofort beendet ist, wenn ein Team alle Agenten richtig erraten ist, gibt es für das Team, das anfängt, der Fairness halber immer einen Agenten mehr zu erraten, nämlich 9 statt 8.

Spielablauf – Hinweise geben

Bei Codenames kommt es drauf an, möglichst viele eigene Agenten auf einmal zu kontaktieren

Noch liegen Rot und Blau gleichauf

Die Geheimdienstchefs geben nun abwechselnd Hinweise, bzw. Codenames, die sich auf eine oder mehrere der ausliegenden Wortkarten beziehen, die Agenten des eigenen Teams darstellen. Ein Hinweis darf immer nur aus genau einem Wort bestehen, gefolgt von einer Zahl, die die Anzahl der Karten angibt, auf die sich der Hinweis bezieht. Beispielsweise könnte der Geheimdienstchef „Computer 2“ sagen und damit die Begriffe „Maus“ und „Technik“ meinen.

Erlaubt ist theoretisch jede Zahl, aber gerade am Anfang empfiehlt es sich klein anzufangen und erstmal Codenamen zu 2 Wortkarten zu suchen. Natürlich kann man auch für nur eine Wortkarte einen Codenamen finden, aber der Sinn und auch der Spaß des Spiels liegt eigentlich in dem Verbinden mehrerer. Über das eine Wort hinaus darf ein Geheimdienstchef keinerlei Tipps geben. Sätze wie: „Das ist jetzt sehr um die Ecke gedacht.“ oder „Diesmal nur im engeren Sinne.“ etc. sind verboten. Nur ein Wort und eine Zahl!

Manchmal ist es wirklich sehr schwer, einen passenden Codenamen zu finden. Dann kann vorkommen, dass ein Geheimdienstchef ziemlich lange grübelt. Wenn euch das stört oder ihr einfach ein bisschen mehr Tempo im Spiel ausprobieren wollt. könnt ihr mit der mitgelieferten Sanduhr (oder auch eurem Handy-Timer) spielen. Diese kann jeder Spieler jederzeit umdrehen und so den Geheimdienstchef oder auch die Ermittler, die gerade an der Reihe sind, unter Druck zu setzen.

Spielablauf – Die Ermittlungen

Nun sind die Ermittler dran. Sie müssen nun die richtigen Agenten kontaktieren, d.h. die richtigen Wortkarten benennen. Sie dürfen sich offen und laut beraten, der Geheimdienstchef muss dabei aber ein Pokerface aufsetzen und darf nicht durch seine Reaktion verraten, ob sie auf der richtigen Spur sind.

Auf jede von ihnen richtig benannte Wortkarte legt der Geheimdienstchef eine Agentenkarte ihrer Farbe. Doch wehe, die Ermittler liegen falsch. Im günstigsten Fall haben sie dann einen unbeteiligten Zuschauer (weiß) aufgedeckt und der Zug ist sofort beendet. Blöder läuft es, wenn sie einen gegnerischen Agenten aufgedeckt haben – ein Punkt für’s andere Team. Eine wirkliche Katastrophe aber ist, wenn die Ermittler versehentlich den Attentäter kontaktieren. Dann ist alles aus und sie haben sofort verloren!

Die Ermittler müssen immer mindestens 1 Wort erraten, ansonsten dürfen sie aber so oft raten, wie sie wollen, also sowohl weniger, als auch mehr Agenten kontaktieren als die Zahl, die ihr Geheimdienstchef genannt hat. Ersterers macht Sinn, wenn sich die Ermittler sehr unsicher sind und nichts riskieren wollen. Letzteres nur dann, wenn sie von einem vorigen Zug, wo sie einmal falsch lagen nun denken, die richtige Antwort zu kennen und diese zusätzlich zu den im aktuellen Zug gemeinten Agenten geben wollen.

Spielende

Codenames endet entweder sobald ein Team all seine Agenten kontaktiert, also freigelegt hat, oder wenn der Attentäter aktiviert wurde. Es ist auch möglich zu gewinnen, während gerade das andere Team dran ist, wenn dessen Ermittler versehentlich den eigenen letzten Agenten kontaktieren.

Bewertung und Fazit

Idee
Ausstattung
Spielspaß
Anleitung
Preis / Leistung

Für wen lohnt sich Codenames?

Ob einem Codenames gefällt, hängt vor allem von einem Faktor ab: wie sehr man Sprache und Sprachspiele mag. Wir gehören zu denen, die schon als Kind mit den Eltern Teekesselchen und Scrabble gespielt haben und wir lieben Spiele in denen es um Sprache und Bedeutungen von Wörtern geht. Von einem Sprachspiel wie Wordz sind wir so begeistert, das wir sogar noch eine eigene Variante von Wordz als kreatives Sprachspiel erfinden. Darum war auch Codenames für uns eine Offenbarung!

Umgekehrt gibt es aber die, die mit genau solchen Spielen so gar nichts anfangen können. Und da bliebt uns nur zu sagen: schade, schade, tut uns Leid, aber hiermit werdet ihr nicht glücklich werden.

Pro und Contra

Die Idee zu Codenames ist einfach, aber genial: uns wird es selbst nach der 5. Runde nicht langweilig uns immer wieder Codenamen für Wortgruppen zu überlegen bzw. diese zu erraten. Da man dabei zwangsläufig um die Ecke denken muss, ist es auch immer wieder witzig zu sehen, wie unterschiedlich die Spieler manchmal denken. Passt für den einen zum Codenamen „Aschenputtel“ als drittes der begriff „Glas“ (wegen dem gläsernen Schuh in der Cinderella-Variante des Märchens), so ist es für den anderen eine Krone.

Es gibt auch über viele Runden sehr viel Variation, da das Spiel 200 doppelseitig bedruckte Wortkarten enthält und die XY Codekarten ja von allen 4 Seiten gesteckt werden können.

Das Design des Spiels ist zwar nichts Außergewöhnliches, das braucht es hier auch aber nicht. Wichtiger ist, dass die Anleitung wirklich sehr ausführlich und gut erklärt ist und es auch ausführliche Erklärungen und Beispiele dazu gibt, welche Codenames man gelten lassen kann und welche nicht. Über den Handelspreis von rund 15 Euro kann man auch nicht meckern, absolut angemessen.

Was man allerhöchstens kritisieren kann, ist dass Menschen die sich sehr gut kennen evtl. Vorteile haben, wenn sie in einem Team sind. Sie können nämlich z.B. mit den Codenames auch auf gemeinsame Erinnerungen oder Insider anspielen. Dieses Ungleichgewicht, wie auch das zwischen Kindern und Erwachsenen lässt sich aber durch eine faire Teamaufteilung ausgleichen.

Fazit

Codenames ist ein geniales Ratespiel für all jene, die Sprache und Sprachspiele lieben. Wer das tut, wird es lieben und sollte zugreifen!

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