Das Kennerspiel NEOM - Die Stadt der Zukunft

Über 3 Generationen die Stadt der Zukunft bauen – das ist das Thema des neu erschienenen Spiels NEOM. Was bietet das komplexe Draft- und Legespiel und für wen lohnt es sich?

Attraktive Wohngegenden bauen, die ganze Stadt mit Strom versorgen, lukrative Industrie aufbauen und langfristig in Infrastruktur investieren. Beim Kennerspiel „NEOM – Erbaue die Stadt der Zukunft“ lernt man zu denken wie ein echter Städteplaner, Investor oder kommunaler Politiker. Nach und nach baut sich jeder Spieler seine eigene Stadt und versucht diese durch strategische Überlegungen zum Erfolg zu führen.

Die wichtigsten Pros und Contras und für wen sich das Spiel lohnt, gibt’s nach der Spielvorstellung im Fazit.

Hinweis: Der Verlag ASS Altenburger, der auch die Lookout-Spiele vertreibt, hat uns freundlicherweise kostenlos ein Exemplar des Spiels zur Rezension zugesandt. Diese Rezension ist jedoch nicht bezahlt und auch nicht inhaltlich abgesprochen, sondern gibt unsere eigene Meinung wieder.

NEOM im Überblick

  • Spieltyp: Strategiespiel, Legespiel, Kennerspiel
  • Alter: ab 10 Jahren
  • Spieler: 1 – 5 Spieler
  • Dauer: ca. 45 min.
  • Verlag: Lookout Spiele
  • Spielautor: Paul Sottosanti
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Spielziel: Durch strategisch kluge Auswahl von Plättchen Schritt für Schritt eine prosperierende Großstadt bauen.
Lookout Games 22160102 Neom-Erbaue die Stadt der Zukunft (Kennerspiel)*
  • Autor: Paul Sottosanti
  • 1 bis 5 Spieler
  • Spieldauer: ca. 45 Minuten
  • ab 10 Jahren
  • Draft-Spiel um das Erbauen der eigenen Stadt der Zukunft

Letzte Aktualisierung am 10.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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So wird NEOM gespielt

Fertige Stadt beim Kennerspiel NEOM
So sieht eine fertige Stadt bei NEOM z.B. aus

Das Grundprinzip von NEOM ist einfach erklärt: Jeder Spieler erhält einen eigenen Spielplan, auf dem er seine eigene Stadt aufbaut. In 3 Phasen, im Spiel Generationen genannt, versuchen alle Spieler in jeweils 7 Runden die zu seiner Strategie am besten passenden Plättchen zu bekommen und legen sie bei sich an. Dabei kommt es unter anderem zu Geldausschüttungen, Produktion von Rohstoffen, Handelsgütern und schließlich Luxusgütern, sowie manchmal auch zu Katastrophen.

Alle Spieler verfolgen das Ziel, am Ende am meisten Siegpunkte zu haben. Da die Regeln für die Auswertung recht komplex sind, kann man vorher kaum absehen, wer gewonnen hat. Außerdem gibt es eine Vielzahl Strategien, die zum Erfolg führen können.

Spielmaterial & Vorbereitung

Bei NEOM erhält jeder Spieler einen eigenen Stadtplan der ein leeres Baugebiet darstellt. Je nachdem, um was für eine Landschaft es sich dabei handelt, produziert man von Beginn an schon einen Rohstoff. In der Mitte jedes Spielbretts ist ein Startbaustein aufgemalt, der eine Kreuzung mit Wegen in alle vier Richtungen darstellt.

Nun werden die quadratischen Plättchen nach ihrer Rückseite sortiert und entsprechend in Stapel für die 1., 2. und 3. Generation sowie Ankerplättchen aufgeteilt. Jeder Spieler erhält am Anfang eine Summe Geld und das Rohstoffplättchen das zu seinem Spielplan gehört. Die übrigen Plättchen für Geld, Rohstoffe und andere Güter werden in der Tischmitte als Vorrat bereitgelegt.

Spielablauf

Draftingphase

Das Drafting bezeichnet den Vorgang, dass sich die Spieler nach einem bestimmten Mechanismus für jede Generation jeweils 7 Plättchen auswählen. Er unterscheidet sich etwas beim Spiel für 1 – 2 Spieler und dem für 3 – 5 Spieler. In erster Linie schaut man dabei, dass man für sich günstige Plättchen ergattert, die man sinnvoll anlegen kann.

Da es jedoch auch Katastrophen-Plättchen gibt, die die Spieler gegen die Mitspieler einsetzen können, sollte man sich gut überlegen, ob man hier nicht selbst zugreift. Theoretisch ist es auch möglich, einem anderen Spieler ein Plättchen wegzuschnappen, das für diesen ideal wäre. Praktisch ist das Plättchen für einen selbst dann aber meist nicht so wertvoll und so ist das nicht die ratsamste Strategie.

Bauen

Kennerspiel NEOM - Anlegen der
Der perfekte Platz für dieses Plättchen?

Beim Anlegen der Plättchen ist zu beachten, dass diese immer über eine Straße mit dem Startpunkt in der Mitte verbunden sein müssen. Bei NEOM haben die Plättchen zudem ganz klar eine Ausrichtung, also ein oben und unten und man kann sie nur so anlegen, also nicht rotieren. Allerdings ist es hier möglich, dass Straßen im Nichts enden. Solange das Plättchen über Straßen korrekt mit dem Ursprung verbunden ist, ist alles erlaubt. Zu beachten ist, dass man die Bedingung erfüllt, die das Plättchen anzeigt, dass man es legen darf. In der Regel ist dies ein Geldbetrag oder Rohstoffe oder andere Güter. Verfügt man nicht über Letzteres, will das Plättchen aber trotzdem legen, kann man die Rohstoffe oder Güter auch von Mitspielern kaufen, die diese produzieren.

Sowohl bei der Auswahl, als auch beim Anlegen der Plättchen sollte man nun strategisch schauen, dass man günstige Entscheidungen trifft. Es ist z.B. gut, wenn möglichst viele Wohnbauten aneinander grenzen und so Wohngebiete entstehen. Schlecht ist es dagegen, wenn Industriegebäude direkt an Wohngebäude grenzen. Das gibt am Ende Abzug. Ist ja logisch: Schadstoffe und so, richtig? Tatsächlich sind die Regeln bei NEOM sehr intuitiv und man kann eigentlich nichts falsch machen, wenn man sich überlegt, wie es im richtigen Leben wohl Sinn machen würde.

Die ganz am Anfang gezogenen „Ankerplättchen“ kann man statt des gezogenen Plättchens anbauen, wenn die Plättchenauswahl für einen selbst nicht so vorteilhaft war. Hier sollte man unbedingt nachlesen, was es mit dem Ankerplättchen auf sich hat, den diese bringen am Ende satte Bonuspunkte, wenn man beim weiteren Bauen darauf achtet, dass die Bedingungen dafür erfüllt sind. Entsprechend passt man beim Bauen also auch immer wieder seine Strategie an.

Geld, Rohstoffe und weitere Güter

Wirtschaftsgebäude bringen am Ende jeder Generation Geld, dass man wiederum entweder für Plättchen, benötigte Rohstoffe, Handels- oder Luxusgüter einsetzt, oder ganz am Schluss des Spiels zu Siegpunkten machen kann. Hier gibt es auch Gebäude, deren Einnahmen entscheidend vom sonstigen Aufbau der Stadt abhängen. Beispielsweise richten sich die Einkünfte des Casinos, danach, wie viele Wohnhäuser es in der Stadt gibt, wie groß also die Bevölkerung ist.

Die Industriegebäude fördern Rohstoffe oder verarbeiten diese weiter zu Handelsgütern oder in der 3. Generation sogar zu Luxusgütern. Hier ist es allerdings so, dass man sich sofort – nicht erst am Ende einer Generation –  ein entsprechendes Plättchen an den oberen Rand seines Spielfelds legt. Ab jetzt produziert man diesen Rohstoff bzw. dieses Handels- oder Luxusgut und darf sich beim Draften entsprechende Plättchen nehmen, ohne Geld dafür zu bezahlen.

Die Auswertung – Was gibt am Schluss Punkte?

Kennerspiel NEOM - Auswertungszettel
Auswertung unserer ersten Partie NEOM

Als wir NEOM das erste Mal gespielt haben, waren wir zu zweit und wir waren strategisch unterschiedlich vorgegangen. Am Ende hatten wir kein Gefühl dafür, wer von uns gewonnen haben könnte, weil alles mögliche Punkte gibt und man das nicht auf einen Blick abschätzen kann. Das ist ein Vorteil, weil man so beim Spielen nicht andauernd darauf schielt, wer gerade augenscheinlich gewinnt, sondern sich ganz auf die eigenen taktischen Erwägungen konzentrieren kann.

In die Punktewertung am Ende fließen unter anderem ein: die Anzahl Wohngebäude, die Größe der Wohngebiete, die in der Stadt produzierten Rohstoffe, Handelsgüter und Luxusgüter, das am Ende übrige Geld, sowie zahlreiche unterschiedliche Boni oder Abzüge die von der Erfüllung oder Nichterfüllung bestimmter Vorgaben z.B. auf den Ankerplättchen abhängen. Je öfter man NEOM spielt, desto mehr Möglichkeiten, Siegpunkte zu bekommen, lernt man kennen.

Bewertung und Fazit

Für wen lohnt sich NEOM?

Obwohl NEOM ganz klar die Bezeichnung Kennerspiel verdient, die auch auf der Schachtel aufgedruckt ist, ist der Einstieg verhältnismäßig einfach. NEOM ist daher ein Spiel, das auch Menschen begeistern kann, die sonst vermehrt Familienspiele spielen, sich aber gerne mal auf etwas Strategischeres einlassen wollen. Es ist gewissermaßen eine Brücke aus der Welt der Familienspiele in die Welt der Kennerspiele. Die für kurze Spielzeit von 45 Minuten unterstützt dies noch.

Insofern ist das Spiel sowohl für erfahrene Vielspieler als auch für Spieler empfehlenswert, die sich erst an Kennerspiele herantasten. Und wer ohnehin Spiele mag, in denen man Landschaften oder Städte frei zusammenbaut, wird bei NEOM sowieso auf seine Kosten kommen.

Pro und Contra

Richtig gut hat uns bei NEOM gefallen, dass die Regeln intuitiv Sinn machen und eine recht realistische Verarbeitung des Themas Städtebau darstellen. Beispiele: Dass Industrie mit Schadstoffausstößen nicht direkt neben Wohngebieten angrenzen sollten, dass man Gebäude möglichst gegen Katastrophen sichern sollte, dass man durch den Ausbau von Handelsrouten günstigere Kaufbedingungen für Güter und Rohstoffe erhält usw. Die thematische Umsetzung ist also prima gelungen. Einzig den Zusatz „…der Zukunft“ hätte man sich sparen können, denn so richtig futuristisch ist von der Konzeption nichts. Das Design hat uns gut gefallen.

NEOM umfasst sehr viele unterschiedliche Plättchen und gerade bei den Ankerplättchen sind viele dabei, mit denen man sehr gut Punkte erzielen kann, wenn man langfristig plant und strategisch denkt. Dass es so viele Plättchen gibt, hat allerdings auch Nachteile: gerade bei der ersten Runde muss man ständig im Glossar in der Spielanleitung blättern und lesen, was dieses Plättchen genau bewirkt. Dies ging uns jedoch auch noch nach mehreren Runden ab und zu so. Für uns war dies nicht Spielspaß-vermindernd, aber manche Spieler könnten sich daran stören.

Positiv ist auch, dass man bei diesem Kennerspiel schnell versteht, worum es im Kern geht und gleich ab der ersten Runde den vollen Spielspaß hat. Dadurch, dass man ab 3 Spielern alle Spielzüge im Grunde gleichzeitig spielt, gibt es auch keine Wartezeiten und beim Spiel zu zweit sind diese nur sehr kurz. NEOM hat uns sowohl zu zweit, als auch zu viert sehr viel Spaß gemacht. Man kann es sogar als Solovariante spielen. Das Spiel bietet viel Abwechslung und man kann mit unterschiedlichsten Strategien bzw. Schwerpunktsetzungen gewinnen.

Generell spielt man bei NEOM hauptsächlich für sich bzw. mit Blick auf den eigenen Spielplan. Elemente der Interaktion gibt es nur beim Ziehen der Karten, in Form von Rohstoff-oder Güterkauf oder beim Legen einer Katastrophe. An sich ist uns Interaktion beim Spielen recht wichtig, hier funktionierte das Spiel für uns aber auch so sehr gut.

Beim doch recht stolzen Preis von aktuell um die 50 Euro mussten wir dann aber schlucken. Nun gut: komplexes Spiel, viel Material und natürlich neu auf dem Markt… Wer jetzt beim Griff ins Portemonnaie noch zögert, kann sich NEOM ja zu Weihnachten wünschen. 😉

Fazit

Kennerspiel mit leichtem Einstieg, dass das Thema Städteplanung sehr gut umsetzt und auch weniger erfahrenen Spielern Spaß machen wird.

Ausgeklügelte Legepiele sind dein Ding? Kennst du schon die Spieleneuheit Carpe Diem?

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* In diesem Beitrag verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Das bedeutet, wenn man darüber Produkt bestellt, erhalten wir eine kleine Verkaufsprovision, ohne dass sich am Preis deshalb etwas ändert.

Bewertung
  • Idee
  • Ausstattung
  • Spielspaß
  • Anleitung
  • Preis / Leistung
3.7