Catan - Der Aufstieg der Inka in der Spielbox

Catan, ein Klassiker deutscher Brettspielkultur präsentiert sich in einer neuen spannenden Variante als Der Aufstieg der Inka. Was taugt sie?

Mensch ärgere dich nicht, Monopoly, Trivial Pursuit und das Spiel des Lebens. Es gibt sie, die ganz großen Brettspielklassiker, die man weltweit kennt und spielt. Und auch das vergleichsweise noch junge Die Siedler von Catan hat es in diesen Olymp der Brettspiele geschafft.

Es ist das international erfolgreichste und beliebteste deutsche Brettspiel und dieser Geniestreich von 1995 hat seinen Erfinder Klaus Teuber als einen der großen Namen unter den Spieleautoren etabliert.

Aber selbst die eingefleischtesten Catan-Fans wollen mal Abwechslung. Und für diese sorgen Teuber und der Kosmos-Verlag auch regelmäßig mit Spielerweiterungen, Neu-Editionen und Varianten.

Die aktuellste Erscheinung heißt Der Aufstieg der Inka. Handelt es sich um echte Innovation oder einfach nur um Marketing? Lohnt sich die Anschaffung und wenn ja, für wen? Mehr dazu in dieser Rezension!

Kleiner Hinweis: Wir haben vom Kosmos-Verlag freundlicherweise kostenlos ein Exemplar des Spiels zur Besprechung erhalten. Diese Rezension ist jedoch nicht bezahlt oder inhaltlich vorbestimmt. Sie gibt unsere unabhängige Meinung wieder.

Catan – Der Aufstieg der Inka im Überblick

  • Spieltyp: Würfelspiel, Familienspiel
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Spieler: 3 – 4 Spieler
  • Dauer: ca. 90 min.
  • Verlag: Kosmos
  • Spielautor: Klaus & Benjamin Teuber
  • Erscheinungsjahr: 2018 (Original Die Siedler von Catan: 1995)
  • Spielziel: Als Erster drei Stämme der Inka aufbauen durch den Bau von Siedlungen und Städten.
KOSMOS Spiele 694241 - Catan - Der Aufstieg der Inka*
  • Für forgeschrittene CATAN-Fans und Kennerspieler
  • Siedeln bei den Königen der Anden
  • Autoren: Klaus & Benjamin Teuber
  • Spieleranzahl: 3 - 4
  • Empfohlenes Alter: ab 12 Jahren

Letzte Aktualisierung am 11.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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So wird Catan – Der Aufstieg der Inka gespielt

Hier geht es nicht um eine vollständige Wiedergabe der Regeln, sondern lediglich darum, ein Gefühl zu vermitteln, wie ein Spiel abläuft und worin Unterschiede zum Originalspiel bestehen.

Spielmaterial & Vorbereitung

Catan - Der Aufstieg der Inka - Der Spielplan
Spielplan von Catan – Der Aufstieg der Inka

Ganz ähnlich wie beim Original Die Siedler von Catan, setzt sich der Spielplan aus sechseckigen Landschaftsfeldern zusammen. Allerdings sind sie hier von einem Rahmen aus Meer und Urwald eingerahmt, ganz ähnlich wie im Siedlungsgebiet der Inka an der Westküste Südamerikas.

Die Rohstoffkarten, die auf den Landschaftsfeldern geerntet werden können, wenn die entsprechende Zahl darauf gewürfelt wird, sind im Prinzip die gleichen wie im Originalspiel nur vom Motiv her an das Spielthema angepasst. So wird aus Getreide hier die Kartoffel und die Wolle wird durch ein Lama statt einem Schaf symbolisiert. Logisch oder?

Eine wirkliche Neuerung bieten die Handelsgüter, die am Meer und im Urwald geerntet werden und die nur zum Tauschen, nicht aber zum Bauen verwendet werden können: Fische, Kokablätter und Federn.

Auch die Entwicklungskarten und die Tafeln für die längste Handelsstraße (hier schon ab 3 zusammenhängenden Straßen) und die Größte Kampfkunst (vormals Größte Rittermacht) sind motivisch angepasst.

Was noch an Spielmaterial neu hinzukommt sind Wertungstafeln mit 11 zugehörigen Punkteplättchen für jeden Spieler, sowie kleine „Dickichte“ aus Plastik, die über Siedlungen und Städte gestülpt werden, die sich im Niedergang befinden.

Spielablauf

Catan - Der Aufstieg der Inka - Die Karten
Rohstoffe, Handelswaren und Entwicklungskarten

Zunächst spielt sich Der Aufstieg der Inka fast ganz genauso wie Die Siedler von Catan: wer an der Reihe ist würfelt erst, entsprechend werden Rohstoffe ausgegeben oder bei der 7 der Räuber versetzt. Dann dürfen Spieler handeln und bauen. In dieser Variante werden diese Aktionen nicht streng nach Phasen getrennt, man darf also handeln, bauen, wieder handeln, wieder bauen etc.

Die Rohstoffe, die man zum Bauen von Straßen oder Siedlungen, dem Umwandeln einer Siedlung in eine Stadt oder dem Kauf einer Entwicklungskarte braucht, sind haargenau die gleichen wie im Original.

Beim Handel mit dem Vorrat gibt es allerdings Unterschiede: zum Einen kann man bei Der Aufstieg der Inka bereits für 3 gleiche Rohstoffe einen beliebigen anderen Rohstoff nehmen, statt für 4. Besitzt man einige der neu dazugekommenen Handelsgüter, also Federn, Koka oder Fische kommt man noch günstiger davon: für 2 Gleiche erhält man einen Rohstoff seiner Wahl und für eine 3er-Kombi aus allen Handelsgütern darf man sogar 2 Karten wählen.

Die Stämme

Catan - Der Aufstieg der Inka - Wertungstafel
Wertungstafel eines Spielers

Die eigentliche Neuerung, die Catan – Der Aufstieg der Inka auszeichnet ist allerdings das Prinzip der Stämme. Wie auf der Wertungstafel jedes Spielers zu sehen, muss man hinter einander 3 Stämme zur Blüte führen, um sie dann jeweils wieder dem Niedergang zu überlassen.

Das heißt konkret: wer seinen vierten Siegpunkt errungen hat, muss alle seine Straßen vom Spielfeld nehmen und über Siedlungen und Städte Dickichte stülpen, als Zeichen des Verfalls. Er darf die erste Siedlung seines 2. Stammes unter Beachtung der Abstandsregel an einer beliebigen anderen Stelle des Spielplans bauen.

Ab jetzt kann er nur von dieser Siedlung aus weiterbauen. Die verfallenen Siedlungen und Städte des ersten Stammes liefern ihm noch Rohstoffe, können aber jetzt einfach überbaut werden. Man darf sowohl eigene, als auch fremde Siedlungen / Städte überbauen.

Entsprechend wird nach dem 8. Siegpunkt der 2. Stamm dem Niedergang überantwortet. Die Platzierung der ersten Siedlung des 3. Stammes ist nun von besonderer Bedeutung. Denn wird der Spieler hier von anderen eingebaut und somit abgeschnitten, hat er keine Möglichkeit mehr den 3. Stamm auszubauen und zu gewinnen!

Bewertung und Fazit

Catan - Der Aufstieg der Inka - Stämme im Verfall
Einige Stämme befinden sich bereits im Verfall

Wer mit den Grundregeln der Siedler von Catan vertraut ist, wird wenig Mühe haben, ins Spiel einzusteigen. Für Catan-Neulinge ist der Aufstieg der Inka ein wenig schwieriger, zumal noch mehr zusätzliche Regeln zu beachten sind als beim Original.

Der für uns wesentlichste Unterschied gegenüber dem klassischen Catan-Spiel, bestand in dem Neuaufbau von Stämmen und dem Verfallenlassen der Alten. Im Kern bedeutet das: man muss 3 mal fast von Null anfangen und seine Siedlungen aufbauen.

Dies hat uns sehr gut gefallen, weil es den Spielverlauf wesentlich spannender gemacht hat. Während es beim klassischen Catan leicht passieren kann, dass sich durch Würfelglück frühzeitig ein Gewinner abzeichnet, der den anderen Spielern immer ein Stück voraus ist, kann sich durch diese Neuregelung das Blatt öfter wenden.

In unserer Spielrunde von 4 Testern war im Lauf des Spiels tatsächlich jeder mal in Führung. Fast alle erlebten aber auch mal eine Phase der Rohstoffknappheit, in der man das Gefühl hatte, von den Anderen abgehängt zu werden.

Kritikpunkte

Diese Phasen, in denen einem schlicht und einfach das Würfelglück nicht hold ist und man über mehrere Runden lang nur den Anderen beim Vorankommen zuschaut und selbst beim Handeln außen vor ist, weil man gerade alles was man auf der Hand hat dringend braucht, sind es, die schon beim Originalspiel den Spielspaß beeinträchtigen konnten.

Aber: das erwähnte Prinzip des Aufstiegs und Niedergangs von Stämmen stellt dahingehend eine Verbesserung dar. Man kann nun nämlich auch gezielt besonders ertragreiche Rohstoffquellen von anderen Spielern, die auf der Zielspur sind, überbauen.

Die Anleitung ist prinzipiell gut, manche Punkte könnten aber klarer ausformuliert sein. Zum Glück gibt es aber auch einen zusätzlichen „Almanach“, in dem man unter einem Stichwortverzeichnis einiges genauer nachlesen kann. Desweiteren sind darin auch interessante Infos über die Inka enthalten.

Für wen lohnt sich Der Aufstieg der Inka?

Da das Spiel aktuell im oberen Preissegement von Brettspielen gehandelt wird, will eine Anschaffung natürlich gut überlegt sein. Besitzt man bisher nicht das Original und steht vor der Alternative würde ich sagen: auch wenn es etwas teurer ist, Der Aufstieg der Inka ist auch die coolere Spielvariante, also: zuschlagen.

Besitzt man bereits Die Siedler von Catan sollte man sich mehrere Fragen stellen: Wie oft spiele ich Catan? Brauche ich Abwechslung? Suche ich überhaupt speziell eine Catan-Variante oder einfach mal ein anderes Brettspiel?

Und wenn man gezielt Catan-Varianten sucht, hat man natürlich immer noch eine Auswahl zu treffen zwischen den verschiedenen Erweiterungen und Varianten. Der Aufstieg der Inka ist definitiv eine Gelungene! Das liegt nicht zuletzt auch am Design und der Gestaltung des Spielmaterials – dem merkt man die Liebe an, die hinein floss, von Inka-Räuberfigur und -Siedlungen, schönem Kartendesign bis zu den türkis- und smaragdgrün schimmernden passenden Würfeln.

Fazit

Mit Catan – Der Aufstieg der Inka präsentiert sich ein moderner Brettspielklassiker in frischem Gewand: Aufstieg und Niedergang von Stämmen sorgen für mehr Dynamik und überraschende Wendungen.

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Bewertung
  • Idee
  • Spielmaterial
  • Spielspaß
  • Anleitung
  • Preis / Leistung
3.7