Esskastanien sammeln kann man am besten in Südwestdeutschland

Der Herbst ist die schönste Jahreszeit für alle Sammler! Zum Esskastanien sammeln brauchst du nur einen luftigen Korb und ein wenig Know How.

Geröstet duften Esskastanien wie der Himmel auf Erden. Was kaum einer weiß: aus den köstlichen Esskastanien kann man auch glutenfreies Mehl selber herstellen, z.B. für Brot, Waffeln, Pfannkuchen und Kuchen. Kastanienmehl verleiht Backwaren einen leckeren, nussigen Geschmack.

Die Esskastanie war früher der Brotbaum der Armen – heute wird sie mehr denn je geschätzt als glutenfreies, gesundes Superfood, das noch dazu reich an basischen Mikronährstoffen ist. Esskastanien enthalten viel Stärke und sind dadurch sehr nahrhaft – außerdem enthält sie Kalium, Magnesium, Phosphor, Folsäure und C- und B-Vitamine. Sie gilt als Delikatesse erlebt ihren Einzug in die Sterne-Küche. Glasiert zu Gänsebraten oder als Beigabe in Soßen oder Püree. Am liebsten mag ich sie im Ofen geröstet als gesunde Knabberei.

Wenn sich die Blätter herbstlich färben, regional unterschiedlich  und je nach Sorte etwa ab September bis November beginnt die Saison zum Esskastanien sammeln.

Am häufigsten wachsen Esskastanien in den Wäldern im Südwesten Deutschlands. Es lohnt sich, die Augen in den Städten offen zu halten, denn dort entdeckt man an überraschenden Orten Esskastanienbäume – zum Beispiel ganz in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin!

Verwechseln kann man Esskastanien nur mit der Rosskastanie – aber wenn du auf die hier aufgezählten Merkmale am Baum und der Kastanie achtest, sind sie leicht zu unterscheiden. Die Rosskastanie ist leider leicht giftig, schmeckt bitter und ist ungenießbar. Vor allem Kindern sollte man deshalb unbedingt den Unterschied zwischen Rosskastanie und Esskastanie beibringen.

Interessant: Nur Esskastanien-Züchtungen mit bis zu drei großen Früchten sind streng genommen Maroni – mehrere kleinere Früchte tragen Edelkastanienbäume – davon gibt es in Deutschland etwa 20 verschiedene Sorten. Je weniger Innenhaut eingewachsen ist in die Frucht, desto hochwertiger ist sie. Esskastanien-Bäume können ein stattliches Alter von mehreren hundert Jahren erreichen und bis zu 30 m hoch werden.

1. Wie unterscheidet man Rosskastanie und Esskastanie

Beim Esskastanien sammeln muss man den UNterschied zwischen Rosskastanie und Esskastanie kennen.
Das ist eine runde Rosskastanie in ihrer dickfleischigen Fruchthülle

Aus Rosskastanien kann man hübsche Männchen und Tiere basteln – essbar sind sie aber nicht! Sie schmecken bitter und können einem den Magen verderben.

Die Esskastanien, die in Deutschland wachsen, sind eigentlich Edelkastanien – eine noch aromatischere und hochwertigere Sorte Esskastanien. Während der Kern der Marone herzförmig ist und eine Schale mit dreieckiger Unterseite besitzt, sind die Edelkastanien rund, kleiner und weniger intensiv im Geschmack.

Esskastanien kann man von September bis November in Deutschland
Das ist eine Edelkastanie mit flacher Unterseite und Frucht mit Spitze

Beim Esskastanien sammeln erkennst du Edelkastanie und Rosskastanie an diesen Merkmalen:

Unterschiedliche Blattformen

Die Blätter von Rosskastanien bestehen aus mehreren Fingerförmig zusammenlaufenden saftig grünen Laubblättern mit einem sehr langen Stiel. Esskastanienblätter sind einzeln, gezackt und wie eine Lanze geformt.

Fruchtkapseln mit verschiedenen Stacheln

Die Fruchtkapseln der Rosskastanien haben nur Platz für eine Frucht, sind dickfleischig und besetzt mit einzeln stehenden Stacheln. In der Fruchtkasel der leckeren Esskastanien stecken mehrere Früchte und sie ist dicht mit feineren, längeren Stacheln bedeckt.

Unterschiedliche Fruchtform

Die rostbraunen Rosskastanien sind rund oder oval. Dagegen sind Esskastanien auf einer Seite flach, laufen spitz zu und sind an der Spitze behaart. In der Schale sitzt eine Frucht, die von einer Haut umschlossen ist.

2. Esskastanien Knacken ohne Pieksen

Die stacheligen Esskastanien liegen meist noch verschlossen von der Hülle im Laub. Die Stacheln piksen und das Öffnen der stacheligen Schale mit den bloßen Händen ist nicht empfehlenswert. Entweder man nutzt zum Knacken den Schuh und tritt mit der Hacke vorsichtig auf die Hülle bis sie sich öffnet. Die Esskastanien fallen dann heraus und man kann sie aufsammeln. Oder man trägt einfach Gartenhandschuhe aus festen Stoff – möglichst welche, die dornensicher sind.

3. Reife Esskastanien sammeln und nachreifen lassen

Esskastanien erntet man nicht vom Baum. Wenn die Früchte reif sind, fallen die von einer stacheligen Hülle umgebenen Früchte auf den Boden. Die Früchte sind reif, wenn die Schalle vollständig dunkelbraun gefärbt ist. Wenn Esskastanien noch weiße Flecken haben, am besten einfach in Zeitungspapier wickeln und an einem trockenen, warmen Ort nachreifen lassen.

Beim Esskastanien sammeln sollten die Früchte nicht länger als 2 oder 3 Tage im nassen Gras gelegen haben. Sonst droht Schimmel- oder Wurmbefall! Nur intakte Früchte aufsammeln.

Die gesammelten Maroni nicht in Plastikbeutel sondern in luftige Weidenkörbe oder Drahtkörbe (z.B. einen Fahrradkorb) legen. So bekommen sie Luft und lassen sich länger lagern.

4. Esskastanien aufbewahren – Haltbarkeit

Die gesammelten Kastanien mit einem Geschirrtuch trocken reiben und auf Zeitungspapier locker ausbreiten. Esskastanien mit Wurmlöchern aussortieren. Mit Zeitungspapier bedecken und an einem luftfeuchten, kühlen Ort lagern – ideal ist der Kartoffelkeller. So halten die Esskastanien 4-6 Wochen!

Gut eignet sich auch eine luftdurchlässige Kartoffel-Aufbewahrungsbox.

5. Esskastanien zubereiten – Rösten oder Kochen

Esskastanien kann man auch roh essen! Sie schmecken süß-nussig. Geröstet oder gekocht werden sie aber weicher und haben eine Konsistenz wie gekochte Kartoffeln, sind meiner Meinung auch aromatischer und verdaulicher. Die Esskastanien sollte man so schälen, solange sie noch heiß sind und nicht abschrecken! Denn je kühler die Esskastanie desto fester haften wieder Häutchen und Schale am Kern.

Esskastanien sammeln und rösten

Maroni rösten ist die einfachste und meiner Meinung nach trotzdem leckerste Art, Esskastanien zuzubereiten. Dafür nimmt man ein geriffeltes Messer und schneidet in die Esskastanie auf der flachen Seite ein Kreuz.

Dann breitet man Backpapier auf ein Backblech, legt die Esskastanien darauf und röstet sie je nach Größe etwa 20 Minuten bei 200 Grad im Backofen. Man riecht es sofort, wenn sie fertig sind! Der leckere Kastanienduft liegt in der Luft und die Schale ist knusprig leicht gebräunt und aufgeplatzt und lässt sich leicht abschälen sobald die Kastanien ausgekühlt sind.

Esskastanien kochen

Die Esskastanien wieder kreuzförmig mit einem Messer oder einem Maroni-Ritzer einschneiden. Dann 20 Minuten in gesalzenen Wasser kochen und heiß schälen.

Außer Esskastanien sammeln locken auch noch andere Delikatessen im Wald: Steinpilze, Pfifferlinge und weitere köstliche Hutträger! Bei Abenteuer Freundschaft findest du meine Lieblings-Waldpilz-Rezepte und meine essenziellen Basics zum Pilze sammeln, die jeder der in die Pilze geht wissen sollte.

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