Rezension vom Kartenspiel The Mind

Das Kartenspiel The Mind ist anders als alle Kartenspiele, die wir bisher kannten. Es geht dabei um nichts weniger als gedankliche Verschmelzung!

The Mind – Lasst uns eins werden …! So lautet der volle Titel dieses ungewöhnlichen Kartenspiels.

Das klang für uns erstmal etwas esoterisch und sorgte für große Fragezeichen in den Gesichtern. Mit Spannung öffneten wir das für uns neue Spiel. Waren das am Ende vielleicht doch Tarotkarten? Und wie sollte das denn bitte aussehen, bei einem Kartenspiel „eins zu werden“??

Eines vorweg: nachdem wir die Spielanleitung gelesen hatten, waren wir zunächst skeptisch, doch nach einigen Runden waren wir ehrlich überrascht von diesem Spiel. Das Spielprinzip von „The Mind“ ist sicher nicht jedermanns Sache, aber dafür absolut einzigartig (zumindest unseres Wissens)!

Mehr dazu weiter unten!

Hinweis zur Transparenz: Der Nürnberger Spielkartenverlag hat uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des Spiels zukommen lassen. Diese Besprechung ist allerdings unbezahlt und gibt unsere unabhängige Meinung wieder.

The Mind im Überblick

  • Preis (auf amazon)*: € 8,95
  • Alter: ab 8 Jahren
  • Spieler: 2-4 Spieler
  • Dauer: ca. 15-20 Minuten
  • Verlag: Nürnberger Spielkarten
  • Spielautor: Wolfgang Warsch
  • Spielziel / Worum geht’s?: Reihum Karten in der richtigen Reihenfolge ablegen – ohne zu kommunizieren!!!

The Mind – Wie man spielerisch zur geistigen Einswerdung gelangt

The Mind ist ein Kartenspiel, bei dem alle gemeinsam spielen
Eins werden beim Kartenspiel The Mind

Die Regeln klingen erstmal einfach. Es gibt Karten mit den Zahlen von 1 bis 100. Diese werden gut gemischt und pro Runde erhält jeder Spieler eine aufsteigende Anzahl von Karten, angefangen bei 1, dann 2, dann 3 Karten etc. Alle Spieler spielen bei The Mind zusammen, nicht gegeneinander.

In jeder Runde legen die Spieler dann zu Beginn eine Hand auf den Tisch um sich zu „synchronisieren“. Haben alle die Hand wieder erhoben geht es damit los die Karten auszuspielen und zwar mit dem gemeinsamen Ziel, die Karten in aufsteigender Reihenfolge auf den Tisch zu legen.

Das Besondere und die eigentliche Schwierigkeit bei The Mind: es darf zwischen den Spielern nicht (bewusst) kommuniziert werden. Weder durch Worte noch durch Geheimzeichen, nicht einmal durch das Abzählen von Sekunden im Kopf. Das Ausspielen soll rein intuitiv erfolgen.

„Wie? Das soll funktionieren?“, dachten wir uns. Und tatsächlich hatten wir am Anfang unsere Schwierigkeiten.

Im ersten Spiel zu zweit kamen wir gerade einmal bis zur 4. Runde. Denn jedesmal, wenn eine Karte zu früh gespielt wird, verlieren die Spieler ein Leben. Nach manchen Runden kann man allerdings auch ein Leben oder einen Wurfstern dazugewinnen.

Ein Wurfstern bewirkt, dass alle Spieler ihre jeweils niedrigste Karte beiseite legen dürfen und er kann jederzeit eingesetzt werden. Man sollte sie aber durchdacht einsetzen.

Leben und Wurfsterne werden ebenfalls durch Karten repräsentiert, die an einer Seite des Spieltischs bereitgelegt werden.

Sowohl die Anzahl an Leben und Wurfsternen, als auch der gespielten Runden, ist unterschiedlich, je nachdem ob man zu zweit, mit 3 oder 4 Spielern spielt.

The Mind – Unsere Erfahrung

Beim Kartenspiel The Mind versuchen alle Spieler zusammen bis zum 12. Level zu kommen
Bis Level 12 zu kommen ist bei The Mind nicht leicht

Wir haben The Mind sowohl zu zweit, als auch zu viert gespielt, was beides sehr interessant war!

Beim ersten Mal waren wir nur zu zweit und nach den ersten paar Runden haben wir uns etwas ratlos angeschaut. Was sollte das Ganze?

Es erschien uns erstmal wie ein reines Zufalls- oder Glücksspiel und der Sinn des Spiels war uns nicht wirklich ersichtlich. Doch wir spielten weiter. Laut Spielregel sollte es schließlich eine Weile dauern, bis man mit den anderen Spielern „eins wird.“

Ein kleiner Spoiler (oder auch nicht)

Das „Geheimnis“ von The Mind besteht tatsächlich in einer Art intuitiv verlaufender Synchronisierung gemeinsamer Zeitwahrnehmung. Und zwar ohne im Kopf zu zählen.
Es ist eher so, dass jemand, der vielleicht die 11 auf der Hand hat, kurz zögert, aber wenn keiner der anderen Spieler eine Karte legt, legt er sie. Schon macht sich der Spieler, der als niedrigste Karte die 23 hat bereit, aber davor knallt noch ein anderer die 15 auf den Tisch. Das ist nochmal gut gegangen!

Je mehr Karten verteilt werden und je mehr Spieler mitspielen, desto schwieriger wird das allerdings. Zumal es dann sein kann, dass mehrere Spieler Karten mit Zahlen haben, die sehr dicht beieinander liegen. Da passiert es schnell, dass man sozusagen „aus dem Rhythmus“ kommt.

Für solche Situationen sind die Wurfsterne gedacht. Wenn alle irgendwie zögern und sich etwas fragend anschauen, kann ein Spieler jetzt einen solchen Wurfstern einsetzen und jeder legt seine niedrigste Karte beiseite. Vorausgesetzt es steht noch ein Wurfstern zur Verfügung.

Es hat wirklich eine ganze Weile gebraucht, bis wir zu zweit die 12 und zu viert die 8 vorgesehenen Runden gemeistert haben, aber letztlich hat The Mind doch unseren Ehrgeiz geweckt, so lange zu spielen, bis wir das geschafft hatten.

Fazit zu The Mind

Wir taten uns am Anfang etwas schwer, dem Spiel The Mind etwas abzugewinnen. Dann aber setzte nach und nach das Verständnis des Spielprinzips ein und es begann, uns Spaß zu machen. Als wir es dann das erste Mal zu viert spielten, ging es den anderen beiden Spielern zunächst ähnlich.

The Mind ist unserer Meinung nach kein Spiel, das man endlos oft spielen kann, weil sich der Reiz doch irgendwann erschöpft. Und es wird auch nicht allen Spielefreunden gefallen, da einige sonst oft zentrale Eigenschaften von Spielen fehlen, wie z.B. Strategie oder Wettbewerb.

Dafür ist das Spielerlebnis bei The Mind etwas einzigartiges und schon deshalb schwer vergleichbar mit anderen Spielen. Allein die Idee, ein Kartenspiel im Wesentlichen auf Intuition und  unbewusster Kommunikation aufzubauen ist wirklich originell und verdient Anerkennung.

The Mind ist in jedem Fall gut geeignet, um Kindern zu verdeutlichen, was Zeitgefühl ist. Und unter Erwachsenen ist auch der Einsatz zu Teambuilding-Zwecken gut vorstellbar, weil es ja darum geht, sich auf die anderen Spieler „einzustimmen“.

Besonders hervorzuheben ist auch das liebevolle Design der Karten. Die telepathischen Häschen sehen einfach drollig aus und die Illustrationen und Bildunterschriften zu den einzelnen Levels wie „Verstärkte Empathie“ oder „Erweitertes Bewusstsein“ sind witzig gestaltet.

 

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