Das Mafia-Spiel mit den Originalregeln

Spannung und Spaß beim Mörder entlarven! Eines der Gesellschaftsspiele mit dem höchsten Suchtfaktor ist das Mafia-Spiel. Es bleibt auch beim x-ten Mal spannend und abwechslunsgreich. Hier sind die originalen Regeln.

Ihr sucht ein Spiel für eine größere Gruppe, bei dem alle mitspielen können und das garantiert nie langweilig wird? Bei den meisten Gesellschaftsspielen ist die Zahl der Spieler begrenzt auf 3, 4 oder bis zu 6 Personen. Spielspaß für eine unbegrenzte Zahl an Mitspielern bietet eines unserer Lieblings-Gesellschaftsspiele, das auch bekannt ist unter den Namen Werwolf, Wolfsmond oder Mord in Palermo!

Mein Tipp: spielt das ‚‚Mafia-Spiel‘‘!

Das Mafia-Spiel eignet sich bestens für größere Gruppen von 6-20 Spielern (theoretisch auch noch mehr). Und es macht umso mehr Spaß, je höher die Spielerzahl ist! Die Grundidee dahinter ist dabei simpel. Ihr spielt in zwei Gruppen gegeneinander: die Mafia und die unbescholtenen Bürger.

Das Besondere: Du weißt beim Mafia-Spiel zu Beginn nur, zu welchem Team du gehörst, aber nicht, wer dein Freund oder wer dein Feind ist! Spannung und Nervenkitzel sind garantiert!

Die Entstehung des Spiels

Das Mafia-Spiel wurde 1986 von einem jungen Psychologie-Studenten namens Dimitry Davidoff in Moskau erfunden. Für eines seiner Seminare entwickelte Davidoff ein interaktives Experiment mit den anderen Seminarteilnehmern.

So wurde die Spielidee für das Mafia-Spiel geboren. Seitdem hat sich das Spielt über den gesamten Globus verbreitet und aus dem Ur-Spiel sind unzählige Varianten hervor gegangen.

Davidoffs ursprüngliches Mafia-Spiel

Spieleranzahl: 6-20

Das Grundprinzip beim Mafia-Spiel ist, dass Team 1, die ‚‚Mafia‘‘  und eine kleine informierte Minderheit gegen Team 2, die Bürger und uninformierte Mehrheit der Spieler antritt. Die Spieler diskutieren gemeinsam, wer von ihnen ein Mafiosi sein könnte, was natürlich jeder Spieler abstreitet.

Jedes Team hat einen Vorteil und einen Nachteil. Das Team Mafia weiß, welche Spieler zum eigenen Team gehören und welche ihre Gegner sind, dafür ist es immer in der Minderheit. Im Team ehrliche Bürger weiß jeder nur, das er selbst unschuldig ist. Bürger können sich bei keinem der anderen Spieler sicher sein, ob er nicht vielleicht der Mafia angehört. Dafür sind sie in der Mehrheit.

Dieses Prinzip ist in allen Varianten des Spiels erhalten geblieben. Das sind Davidoffs ursprüngliche Regeln. Copyright 1987, 1992, 1998, by D. Davidoff.

Ziel des Spiels

Willkommen beim Mafia-Spiel, einem Rollenspiel, bei dem die Spieler entweder unbescholtene Bürger oder Mafiosi verkörpern! Für die ehrlichen Bürger ist das Ziel des Spiels, die Mafia aufzuhalten, bevor diese alle Bürger eliminiert. Die Mafiamitglieder müssen dagegen versuchen, um jeden Preis ihre Identität geheimzuhalten. Zudem versuchen sie rafiniert, die ehrlichen Spieler zu manipulieren, so dass sie sich durch falsche Verdächtigungen selbst zerstören.

Welchem Team auch immer man angehört: beim Mafia-Spiel ist es also im Interesse jedes Spielers, als unschuldig zu gelten. Für die Bürger geht es außerdem darum, aufzudecken, wer  wirklich der Mafia angehört und diese unschädlich zu machen. Die Mafiosi dagegen versuchen, möglichst geschickt den Verdacht auf unschuldige Bürger zu lenken, so dass diese sich gegenseitig zur Strecke bringen.

Vorbereitung des Spiels

Fürs Mafia-Spiel kann man selbst kreative Spielkarten entwerfen.
Selbst gemalte Spielkarten fürs Mafiaspiel

Bastelt aus Pappkarton  20 Karten die auf der Rückseite gleich aussehen. Die Vorderseite von 6 Karten markiert ihr mit einem schwarzen Symbol oder färbt sie schwarz, die restlichen Karten sind rot oder zeigen ein rotes Symbol. Legt außerdem in Größe, Farbe und Form identische Papierzettel und Stifte bereit. Ihr braucht für das ursprüngliche Mafia-Spiel mindestens 6 Spieler. Nehmt dann so viele Karten zur Hand, wie ihr Spieler seid.

  • 6-7 Spieler = 2 Schwarze Karten + die anderen rot
  • 8-10 Spieler = 3 Schwarze Karten + die anderen rot
  • 11-13 Spieler = 4 Schwarze Karten + die anderen rot
  • 14-16 Spieler =5 Schwarze Karten + die anderen rot
  • 17-20 Spieler =6 Schwarze Karten + die anderen rot

Die schwarzen Karten stehen für Mitglieder der Mafia, die roten Karten für ehrliche Bürger. Alle Spieler sollten wissen, wie viele schwarze Karten im Spiel sind und wie viele Mafiosi es also gibt.

Das Mafia-Spiel kann beginnen…

Im Mafia-Spiel durchlauft ihr 3 Phasen: eine Vorbereitungsphase und zwei sich abwechselnde Phasen Tag und Nacht. Das geht solange, bis eines der beiden Teams – ‚‚ehrliche Bürger‘‘ oder ‚‚Mafia‘‘ – gewonnen hat.

Vorbereitungsphase: Sonnenaufgang

Zunächst werden die Karten ausgeteilt, jeder schaut seine Karte an und legt sie dann zur Seite, ohne den anderen Spieler zu verraten, welchem Team er angehört. Dann schlafen alle ein – das heißt alle Spieler schließen die Augen und senken ihre Köpfe.

Einer der Spieler zählt langsam und gleichmäßig von 1 bis 20, wobei nur die Zahlen 1-5 und 16-20 laut ausgesprochen werden. Dazwischen zählt der Spieler leise im Kopf weiter. Während dieser kurzen leisen Phase wachen die Mafiosi auf: sie öffnen die Augen, heben die Köpfe und erkennen sich gegenseitig, dann gehen sie wieder in Schlafposition.

Natürlich sollten die Mafiosi versuchen, das möglichst lautlos und unauffällig zu tun, damit die ehrlichen Bürger nicht mitbekommen, wer ein Mafia-Mitglied ist!

Bei der Zahl 20 öffnen alle Spieler ihre Augen und es wird Tag. 

1. Phase: Tag

Jetzt beginnt die heiße Diskussion zwischen allen Mitspielern: wer gehört der Mafia an und sollte daher zum Schutz der Öffentlichkeit hingerichtet werden? Jeder Spieler hat das Recht, einen Verdacht zu äußern, sollte diesen aber auch begründen!

Zum Beispiel habe ich in der Sonnenaufgangsphase links neben mir ein Rascheln gehört, darum verdächtige ich Jutta, ein Mafia-Mitglied zu sein. Aber vielleicht bin ich ja auch selbst ein Mafioso und sage das nur, um den Verdacht auf eine unbescholtene Bürgerin zu lenken? Es geht in der Tag-Phase also für die Bürger darum, einzuschätzen, wer von den anderen Spielern wirklich ein Mafia-Mitglied ist. Für die Mafiosi geht es darum, nicht ertappt zu werden.

Bürger oder Mafiosi können auch gar nichts sagen und sich aus der Diskussion heraus halten. Aber vielleicht ziehen sie gerade dadurch den Verdacht auf sich? Der besondere Reiz beim Mafia-Spiel besteh darin, dass es keine Methode gibt, sicher zu wissen, ob jemand schuldig ist. Vielmehr kommt es auf Menschenkenntnis und Intuition an. Außerdem sind die Fähigkeiten zu lügen, oder Lügen zu erkennen sehr hilfreich.

Wie lange ihr diskutiert und die Tag-Phase andauert, ist euch überlassen. Aber am Ende jeden Tages müssen sich alle Spieler auf Angeklagte einigen, die sie verdächtigen, ein Mitglied der Mafia zu sein. Dies geschieht durch Mehrheitsvotum. Bei Gleichstand der Stimmen geschieht nichts.

Als Inspiration für überzeugende Argumente empfehle ich den Film Die 12 Geschworenen! Wenn ein Angeklagter feststeht, wird das Urteil verhängt und der Verdächtigte hingerichtet: das heißt, er ist aus dem Spiel. Der hingerichtete Spieler darf allerdings nicht zu erkennen geben, welchem Team er angehörte, oder den anderen Spielern helfen!

2. Phase: Nacht

Auf den Tag folgt im Mafia-Spiel die Nacht. Die Nacht ist besonders gefährlich, denn nun beginnt die Mafia zu morden! Jeder Spieler schreibt verdeckt etwas auf einen Zettel. Die Bürger schreiben alle ‚‚ehrlich‘‘ oder ‚‚Bürger‘‘ auf ihren Zettel, die Mafiosi den Namen eines Mitspielers, den sie ermorden wollen. Dann werden die Zettel in der Mitte des Tischs gesammelt und gemischt und einer der Spieler liest sie vor.

Die Anzahl der Zettel mit Namen verrät den Bürgern, wie viele Mafiosi noch im Spiel sind. Damit wissen sie, ob sie in der Tag-Phase ein Mafia-Mitglied erwischt oder einen Unschuldigen hingerichtet haben. Wenn der Name auf allen Namenszetteln übereinstimmt – und nur dann – wird diese Person ermordet: das heißt diese Person ist aus dem Spiel.

Daher ist es für die Mafiosi sinnvoll, sich im Laufe des Spiels unauffällig auf ein Opfer verständigen, zum Beispiel durch Blicke oder Gesten. Allerdings laufen sie so natürlich auch Gefahr, sich zu verraten. Stimmt nur einer der Namen nicht mit den anderen überein, bleiben die genannten Spieler verschont und sind zugleich als Bürger erkennbar.

Wenn nur noch ein Mafia-Mitglied mitspielt, reicht allerdings auch ein Namenszettel um jemanden zu ermorden. Dann bricht wieder ein neuer Tag an und die Diskussion, wer der Mafia angehört und wer nicht beginnt erneut. Das Spiel endet, wenn in der Phase Nacht keine Namen mehr auf den Zetteln stehen (sondern nur ‚‚Bürger‘‘) oder alle Bürger tot sind und die im Spiel verbliebenen Mafiamitglieder sich zu erkennen geben. Dann werden die Karten neu verteilt und es beginnt eine neue Runde.

Tipps für Anfänger

  • Spieleiter: Wenn einer von euch das Spiel schon mal gespielt hat, der Großteil eurer Gruppe aber nicht, bestimmt diesen zumindest in der ersten Runde zum Spielleiter . Der Spielleiter erklärt die Regeln und überwacht den Spielablauf. 
  • Handschrift: Zettel und Stifte sollten identisch aussehen. Am besten schreibt jeder in Druckbuchstaben oder ihr einigt euch auf Symbole/Buchstaben für jeden Spieler, damit der Vorleser in der Nachtphase nicht weiß, von wem welcher Zettel stammt. Wir kleben jedem einfach einen Streifen Tesakrepp mit A, B, C, D, E auf die Brust um das Risiko gering zu halten, dass die Handschrift zuviel verrät. Wenn ihr mit einem Spielleiter spielt, sollte dieser auch das Vorlesen übernehmen.
  • Rollen und Zusatzregeln: Wenn ihr schon etwas Übung habt, könnt ihr anfangen das Spiel nach eurem Belieben durch zusätzliche Regeln zu variieren, z.B. indem ihr besondere Rollen einführt.

Mafia-Spiel mit Punkten

Wenn ihr mehrere Runden spielt, könnt ihr auch für jeden Spieler Punkte notieren. Es bekommen immer nur die Spieler Punkte, die überlebt haben. Überlebende Mafiosi bekommen jeder so viele Punkte gutgeschrieben, wie Mafiosi am Spiel teilnahmen. Bürger bekommen jeder die Punktezahl gutgeschrieben, die der verbliebenen Anzahl überlebender Bürger entspricht.

Beispiel: Es gab 10 Spieler: 3 Mafiosi, 7 ehrliche Bürger.

  • a) Es überleben 2 Mafiosi: Jeder bekommt 3 Punkte
  • b) Es überleben 5 Bürger: Jeder bekommt 5 Punkte
  • c) Es überleben 2 Bürger: Jeder bekommt 2 Punkte

Varianten

Mittlerweile gibt es vom Mafia-Spiel viele Varianten. Seit der Erfindung des Spiels, hat sich eine richtige Fangemeinde gebildet, die etliche Zusätze und Abwandlungen des Mafia-Spiels entwickelt hat.

Die beliebteste Variante besteht darin, besondere Rollen wie Detektiv, Seelenretter, Terrorist, Barkeeper, Judas, Amor oder kleines Mädchen zu vergeben.

Weitere Varianten sind: Präsidenten-Mafia, Zug-Mafia, Schizo-Mafia, Zeitreise-Mafia, Quanten-Mafia, Pentagramm-Mafia und noch viele mehr. Unsere Top 5 dieser Varianten ist in Arbeit :-).

Kaufversion: Die Werwölfe von Düsterwald

Eine kreative Kauf-Variante vom Mafia-Spiel heißt Die Werwölfe von Düsterwald.
Die Werwölfe von Düsterwald

Wer sich die Mühe sparen möchte, alle Karten zu basteln, muss deshalb nicht tief in die Tasche greifen. Von den verschiedenen Kaufversionen empfehle ich euch die günstige und phantasievoll illustrierte Variante mit dem Titel Die Werwölfe von Düsterwald:

Die Mafia ist in dieser Version durch Werwölfe ersetzt, die Bürger durch Dorfbewohner. Außerdem gibt es eine Reihe von Zusatzrollen mit besonderen Rechten oder Fähigkeiten (alle für das Team der Bürger) wie Hexe, Jäger, Amor, Dieb, Mädchen und Seherin.

Es gibt mittlerweile auch 4 Erweiterungen unter den Namen: Neumond, Die Gemeinde, Charaktere und Der Pakt. Diese bieten weitere Sonderrollen, Ereigniskarten, Häuser und Berufe der Dorfbewohner. Durch die Kombination dieser Elemente sind so unzählige Varianten des Spiels möglich.

Viel Spaß mit dem Mafia-Spiel und seinen Varianten! Teste unsere originellen Spiele für coole Abende mit Freunden bei einer Zeitreise oder unsere kreativen Varianten von Wer bin ich?