Hazard-Spiel - Titelbild mit Würfeln und Münzen

Bist du ein echter Hazardeur? Forderst du gern dein Glück heraus? Hast du den Mut für eine Runde des berüchtigsten Würfelspiels des gesamten British Empire? Dann zocke mit deinen Freunden das Hazard-Spiel!

Noch heute bedeutet ‚‚hazard“ im Englischen ‚‚Gefahr“, ‚‚Risiko“ und ‚‚Wagnis“. Denn das Hazard-Spiel war über Jahrhunderte lang das beliebteste und berüchtigste Würfelspiel in Großbritannien und dem British Empire, bei dem so mancher arme Schlucker reich wurde und mancher Lord sein letztes Hemd verspielte.

So wurde Hazard bald nicht nur zum Synonym für alle Glücksspiele, sondern auch zur Bezeichnung für ein besonders riskantes Unterfangen oder große Gefahr. Noch heute nennt man auch auf deutsch, einen besonders tollkühnen Menschen Hazardeur. Dabei hat das aus dem Arabischen stammende Wort ‚‚yasara“ einfach die harmlose Bedeutung ‚‚würfeln“….

Achtung, Vorsicht, Aufgepasst! Bevor ihr die folgenden Regeln lest und euch mit Freunden daran wagt, das gefährliche Hazard-Spiel zu zocken, seid gewarnt: Glücksspiele können süchtig machen. Wir raten euch daher dringend, statt um Häuser, Autos oder Sparbücher lieber um Schokolinsen, Erdnüsse oder darum, wer den Abwasch macht zu spielen. 😉

Auf eigene Gefahr: So spielt ihr das verruchte Hazard-Spiel

Aus dem Hazard-Spiel hat sich auch das beliebte Casino-Spiel Craps entwickelt.
von Lisa Brewster (CC BY-SA 2.0)

Spieler: 2 – ∞

Zubehör: 2 handelsübliche Würfel

Geforderte Fähigkeiten: Risikobereitschaft (!!!), Glück, Rechenkunst

Beim Hazard-Spiel werden Wetten getätigt und dann nach bestimmten Regeln ausgewürfelt, wer die gemachten Einsätze einstreicht. In jeder Runde heißt der Spieler, der zuerst seinen Einsatz macht Shooter oder Caster. Er legt das Banco, den Grundeinsatz vor und die anderen Spieler, die Faders müssen dagegen setzen.

Nun beginnt das Hazard-Spiel mit der Feststellung des sogenannten Main Point oder auch Fader’s Point. Der Shooter würfelt als Erster so lange mit den 2 Würfeln bis die Augensumme einen der folgenden Werte zeigt: 5, 6, 7, 8 oder 9. Dieser Wert wird gegebenenfalls schriftlich auf einem Zettel oder einer Anzeigetafel vermerkt.

Dann würfelt der Shooter ein zweites Mal. Nun gibt es drei Möglichkeiten:

  • Entweder gewinnt der Shooter sofort…
  • …oder er verliert sofort…
  • …oder es wird ein Chance Point bzw. Shooter’s Point, festgestellt.

Gewinn und Verlust richten sich nach dem zuvor ermittelten Main Point:

  • Main Point gewürfelt → Gewinn (‚‚shooter throws in / nicks“)
  • 2 oder 3 → Verlust (shooter ‚‚throws out“)
  • 11 → Gewinn, wenn der Main Point 7 ist, ansonsten Verlust!
  • 12 → Gewinn, wenn der Main Point 6 oder 8 ist, ansonsten Verlust!
  • Alle anderen Ergebnisse führen zu einem Chance Point

Tabelle zur Orientierung

Hat der Shooter beim ersten Wurf im Hazard-Spiel einen Chance Point gewürfelt, ändert sich auch die Bedeutung des Main Point für ihn. Er würfelt jetzt so lange bis er entweder den Chance Point oder den Main Point erzielt. Letzterer führt jetzt allerdings anders als beim ersten Wurf zum Verlust, der Chance Point dagegen zum Gewinn. Alle anderen Ergebnisse haben ab dem zweiten Wurf einer Runde keine Bedeutung mehr, sondern führen sofort zum erneuten Würfeln.

Wer ist Shooter beim Hazard-Spiel?

Hazard-Spiel - würfelnde Hand
Hazard-Spiel: Der Shooter hat den Fader’s Point 6 bestimmt

Wer als erster Shooter ist, wird vereinbart oder ausgewürfelt. Gewinnt der Shooter, behält er seine Rolle und darf weiterspielen. Gewinne darf er der Bank (dem Einsatzstapel in der Mitte) allerdings nur entnehmen, wenn er mit dem ersten Wurf gewonnen hat. Er kann in der zweiten Runde allerdings seinen Einsatz erhöhen und die anderen Spieler müssen dagegen setzen. Können oder wollen sie nicht dagegen setzen, streicht der Shooter alle Einsätze vom Tisch ein.

Verliert der Shooter gleich beim ersten Wurf, darf er noch eine Runde weiterspielen oder die Würfel an seinen rechten Nachbarn weitergeben, der nun zum neuen Shooter wird. Wenn er allerdings 3 Runden hintereinander beim ersten Wurf verloren hat, muss er die Rolle des Shooters an den rechts von ihm Sitzenden abgeben. Ebenso muss er dies tun, wenn er nach der Feststellung eines Chance Point verliert, also den Main Point gewürfelt hat.

Gewinnchancen beim Hazard-Spiel

Der Shooter gewinnt mit einer Wahrscheinlichkeit von 49,1 %; er ist somit gegenüber den Faders im Nachteil. Der Vorteil der Faders (‚‚Bankvorteil“) beträgt ca. 1,8 %. Minimal größer ist die Gewinnwahrscheinlichkeit des Shooters beim Craps. Craps ist eine Variante des Hazard-Spiels, dass in us-amerikanischen Casinos noch heute enorm beliebt ist. Bernard de Mandeville  entwickelte Craps aus dem Hazard-Spiel: der damalige Präsident des Senats von Louisiana vereinfachte 1813 in New Orleans das Hazard-Spiel, in dem er die Ermittlung des Main Points wegließ und diesen stattdessen standardmäßig auf 7 festlegte.

Nebenwetten beim Hazard-Spiel

Wir empfehlen euch, das Hazard-Spiel erstmal ein paar Runden lang nach den Grundregeln zu spielen, um euch damit vertraut zu machen. Wenn ihr es dann noch ein bisschen spannender und abwechslungsreicher gestalten wollt, könnt ihr dazu übergehen, auch so genannte Nebenwetten einzubauen.

Nebenwetten kann der Shooter immer dann abschließen, wenn in seinem ersten Wurf ein Chance Point festgestellt wurde und zwar zu den sogenannten fairen Quoten. Das heißt, er setzt zusätzlich Geld auf seinen Gewinn, also darauf, den Chance Point vor dem Main Point zu würfeln. Nach den Gewinnchancen richtet sich auch sein potentieller Gewinn, der ihm von der Bank (bzw. den anderen Spielern) ausgezahlt werden muss. Verliert er dagegen, landet sein Geld (oder Streichhölzer, Schokolinsen, Erdnüsse ;-)) im Jackpot in der Mitte.

Gewinnquoten der Nebenwetten beim Hazard-Spiel

Beispielsweise ist der Main Point 6 und der Chance Point 10. Eine 6 würfelt der Shooter bei genau 5 Kombinationen: 1+5, 2+4, 3+3, 4+2, 5+1. 10 würfelt er dagegen bei nur 3 Würfelkombinationen: 4+6, 5+5, 6+4.

Die Chancen Verlust : Gewinn stehen demnach also 5:3. Bevor jetzt alle Mathematiker aufschreien, die dies lesen: klar, in Wahrheit ist es noch ein bisschen komplizierter, denn der Shooter kann ja auch eine andere Zahl würfeln und muss dann nochmal würfeln. Korrekte Wahrscheinlichkeitsrechnung ist das also nicht!

Dennoch werden die Chancen der Nebenwetten beim Hazard-Spiel in dieser vereinfachten Form angegeben gemäß der unten stehenden Tabelle.

Hazard-Spiel - Diese Tabelle gibt die Gewinnquoten für die Nebenwetten an.
Tabelle für Nebenwetten beim Hazard-Spiel

Beispiel für eine Gewinnausschüttung beim Hazard-Spiel

Gewinnt nun der Shooter, indem er den Chance Point würfelt, so bekommt er zusätzlich zu seinem Einsatz die Gewinnquote (siehe Tabelle) mal diesen Einsatz. In unserem Beispiel hat der Shooter € 10,- in der Hauptwette, also zu Beginn gesetzt. Dann hat er als Main Point 6 gewürfelt und im ersten Entscheidungswurf einen Chance Point (nämlich 10) gewürfelt.

Nun setzt er zusätzlich € 12 in der Nebenwette mit der Gewinnquote 5:3. Würfelt er jetzt tatsächlich den Chance Point vor dem Main Point, wird sein Gewinn folgendermaßen ausgeschüttet. Für die Hauptwette erhält er einen Gewinn in Höhe seines Einsatzes, also € 10. Aus der Nebenwette beträgt sein Gewinn 5/3 mal den Einsatz, also 5/3 x 12 = € 20. Dazu bekommt er natürlich seine Einsätze zurück, daraus folgt, dass er 52 Euro aus der Bank d.h. aus der Mitte bekommt. Reicht die dort liegende Summe nicht aus, müssen die übrigen Mitspieler ihm den Rest bezahlen.

  • Einsatz Hauptwette: € 10
  • Gewinn Hauptwette: € 10
  • Einsatz Nebenwette: € 12
  • Gewinn Nebenwette: € 20
  • Einsatz Gesamt: € 22
  • Gewinn Gesamt: € 30
  • Auszahlung Gesamt: € 52

Wie hat euch diese Einführung ins Hazard-Spiel gefallen? Schreibt es uns in den Kommentaren! Weitere Würfelspiele, Spieleklassiker, sowie kreative Spiele und besondere Ideen für Freizeitaktivitäten mit Freunden findet ihr jede Woche neu bei Abenteuer Freundschaft.