Berlin Krimi Rätsel #5 - Das Vermächtnis der Destille

Wer war der Mörder? Und was war sein Motiv? Leite deine eigenen Ermittlungen ein und nimm die Spur des Täters auf bei unserem Berlin Krimi Rätsel #5 zum selber lösen!

Und so begann alles... Lies unsere Berlin Krimi Rätsel #1, #2#3!und #4!

Hinter der Mauer

Max schrie. Die Wände bebten und Mörtel kam von der Decke. Jackie musste fürchterlich husten. ‚‚Ich bin durch!“, rief Max triumphal. Jackies Augen tränten und sie keuchte: ‚‚Glückwunsch, hat ja gar nicht so lange gedauert!“ Jackie und Max waren im Kellergewölbe der Friedrichshainer Kneipe Destille und Max brach gerade den Weg frei für ihre Zukunft. ‚‚Komm mal her, Jackie!“, rief Max verblüfft. ‚‚Das war gar nicht die gesamte Mauer. Hier ist ein Hohlraum. Wir brauchen eine Lampe!“ Jackie klappte ihren Laptop zu und schaltete die Taschenlampenfunktion ihres Smartphones an. Max trat zur Seite und sie leuchtete in das etwa 40 cm breite Loch in der Mauer. Sie rümpfte die Nase. ‚‚Riecht das muffig“. Dann keuchte sie: ‚‚Das gibt’s doch nicht. Da liegt ein Skelett.“

Sie steckte ihre Hand so weit es ging in das Loch hinein und ließ den Lichtstrahl langsam durch die Kammer gleiten. ‚‚Das gibt’s doch nicht,“ wiederholte sie ungläubig. ‚‚Ich sehe keine Türe, kein Fenster, gar nichts. Das ist ein Hohlraum. Und mittendrin liegt ein Skelett.“ Max sagte aufgeregt: ‚‚Mord! Jemand hat hier vor langer Zeit sein Opfer eingemauert. Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Das passiert in Hollywoodfilmen und Gruselgeschichten andauernd.“ Er lachte. ‚‚Immerhin haben wir bald Halloween.” Jackie kroch ein kalter Schauer den Rücken hinauf und sie flüsterte: ‚‚Ich glaub‘ das nicht. Marlies hat also eine echte Leiche im Keller.“

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Max hatte ihr inzwischen das Smartphone aus ihren kalten Fingern genommen und leuchtete gespannt in das Loch. ‚‚Kraaass!“, sagte er gedehnt. ‚‚Genau davon habe ich als kleiner Junge immer geträumt. Das ist ja abgefahren!“ Er strahlte. Jackie schluckte und schauderte. ‚‚Wow. Das wird ja immer besser!“, rief er begeistert. ‚‚Hier drinnen liegen noch ’ne ganze Reihe Gegenstände, die ziemlich alt aussehen. Mindestens 100 Jahre. Abgefahren!“ Max Gesicht verdeckte das Loch vollkommen und Jackie rief panisch: ‚‚Geh weg von dem Loch. Nicht dass es dich holt.“ Ihre Stimme zitterte. Max schrie: ‚‚Oh Gott. Es bewegt sich! Das Skelett kommt auf mich zu!! Aaaaahhhhh!!!“

Jackie stieß einen spitzen Schrei aus, und riss ihn an der Schulter weg vom Loch. Max ließ sich geübt fallen und rollte sich ab. Er grinste über das ganze Gesicht. Wie lustig. Die intelligente, wissenschaftliche und sonst so taffe Frau Dr. der Informatik hat Angst vor Geistern. Jackie sah sein Grinsen und boxte ihn in den Bauch. Sie seufzte und sagte mit einem schiefen Grinsen: ‚‚ Erwischt. Ich habe heute noch Angst vor Stephen Kings kranken Clown Es und halte nachts nach Freddy Kruger Ausschau, bevor ich das Haus verlasse. Ich hol mal Marlies. Bevor wir die Mauer ganz einreißen, muss sie von Es wissen – ich meine die neuen Gegebenheiten kennen.“ Max nickte und schaute sehnsüchtig zum Licht, fast wie ein Hund, der einen geliebten Knochen sucht. Voller Vorfreude schwang er den Hammer und lehnte ihn direkt darunter gegen die Wand.

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‚‚Sachma, wie lange dauert det denn noch, Max?“ Marlies vibrierte vor Aufregung. ‚‚Ik sach euch ganz klar, wer imma det is, ik war dat nich!“ Max stöhnte vor Anstrengung, während er die letzten Reste der Zwischenwand zum Hohlraum weghämmerte. ‚‚Das glaub ich dir sofort. Dafür ist dieses Skelett nämlich viel zu alt.“ Marlies nickte wissend: ‚‚Ik hab et ja schon immer jewusst, dass meene Familie Leichen im Keller hat. Buchstäblich! Da jibt et janz schön krasse Jeschichten. Meene Frau Mama hat mir noch auf’m Sterbebett Sachen erzählt, det würdet ihr nich glauben.“

Jackie sah sie neugierig an: ‚‚Klingt ja spannend. Seit wann gehört deiner Familie das Gebäude?“ – ‚‚Schon immer. Urberliner sin wa, die Thieles. Det Janze wurde mal als Post jebaut und hier wurden Kutschen und Pferd unterjestellt. Irgendwann im 19. Jahrhundert muss det jewesen sein. Dann wurden hier Reisende versorgt und meen seljer Urahn, der Adalbert Thiele, hat dann begonnen det jroße Geschäft mit Jetränken und Kanapees zu machen. Die hatten et damals faustdick hinter die Ohren, meene Familie, det kann ik euch sagen.“

Max legte den Vorschlaghammer auf den Boden. ‚‚Der Durchbruch ist jetzt groß genug. Der Zeitpunkt ist gekommen, in dem du die Polizei dazu rufen solltest.“ Marlies sah ihn an: ‚‚Drauf jeschissen. Die machen mir seit Monaten nur Ärger und haben mir letztet Jahr grundlos die Wirtschaft geschlossen. Ik hab doch nur neuen Papierkrieg und ’ne weitere Zwangsschließung am Hals, wenn ik die Bullen rufe. Außerdem findet ihr doch bestimmt raus, wat passiert is. Ik hab vollstes Vertrauen in euch Spürnasen.“

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Max grinste über das ganze Gesicht: ‚‚Darf ich? Darf ich rein und mir alles anschauen?“ Jackie sah ihn dankbar an und sagte gleichzeitig mit Marlies: ‚‚Wir lassen dir gerne den Vortritt.“ Wie ein kleiner Junge auf einem Abenteuerspielplatz kletterte Max in den Hohlraum und leuchtete mit Jackies Handy das Skelett an: ‚‚Der Tote ist schätzungsweise 1 Meter 60 groß gewesen. Es hängen noch Stofffetzen über den Knochen, aber die Ratten haben nicht viel übrig gelassen.“ Jackies erschauderte bei der Vorstellung und schluckte.

‚‚Oha“, sagte Max, ‚‚Vielleicht war es auch die Tote, hier ist eine lederne Damenhandtasche. Sie sieht aus, als stamme sie aus den goldenen Zwanzigern. Außerdem liegen in diesem verstaubten Regal mehrere uralte Flaschen Wein und Schnaps. Und hier liegt ein Bündel Zeitungen und…“ – ein polterndes Geräusch war zu hören und dann schrie Max laut: ‚‚Scheiße!“ Fluchend leuchtete er auf den Boden vor seinen Füßen und bückte sich. ‚‚Das ist ein extrem schwerer Kerzenleuchter. Vermutlich eine Replik, aber immerhin echt vergoldet.“ Max berührte einen großen, klobigen, geschwungenen Kerzenständer ehrfürchtig und begutachtete ihn Fachmännisch. „Eine großartige Arbeit. Wenn du ihn mir ausleihst, kann ich dir morgen sagen, welcher Goldschmied dieses wunderschöne Stück gearbeitet hat. Dieser Kerzenständer ist mindestens 200 Jahre alt und wurde bestimmt geprägt.“

Marlies rief sofort: ‚‚Reich mir det Ding sofort rüber, nicht dass mir jemand det konfisziert. Det is mein Erbe.“ Max lachte: ‚‚ Dann ist das Skelett hier aber auch dein Erbe.“ Marlies nickte eifrig: ‚‚Na klar, bitte sag mir, dat et nich echt ist, dann kann ik et zu Halloween inner Destille als Deko aufstellen.“ Max schüttelte entschieden den Kopf. ‚‚Da muss ich dich enttäuschen. Ich bin mir sehr sicher, dass das ein echtes Skelett ist. Ich hab‘ doch unter anderem Archäologie studiert und kann den Unterschied erkennen. Die verbliebenen Strähnen am Schädel sind recht lang, aber das muss nichts heißen, denn die Haare wachsen ja ebenso wie Fingernägel nach dem Tod noch weiter.“ Jackie schauderte. Marlies griff nach ihrer Hand und flüsterte: ‚‚Dit Mäxken soll dit untote Dingens mal schön alleene untersuchen.“

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Max keuchte. ‚‚Könnt ihr mal mit anfassen? Dieser Kerzenständer ist wirklich schwer und ich will ihn nicht noch einmal fallen lassen. Er ist sicher etwas wert!“ Marlies und Jackie standen im Durchbruch und Jackie konnte sich einfach nicht überwinden, einen Fuß in das schaurige Versteck zu setzen. Marlies schien es genauso zu gehen, denn sie sagte mit bebender Stimme: ‚‚Also mir is dit nich jeheuer. Ik hab jehört diese Untoten, die soll’s wirklich jeben.“

Jackie konnte sich wider besseren Wissens nicht zurück halten und fragte: ‚‚Wo hast du das gehört?“ Marlies sagte mit bebender Stimme: ‚‚Na, det Peterken erzählt schon seit Jahren, dass et hier spukt. Die Blaue Frau geht um. Ermordet anno dazumal.“ Max schüttelte den Kopf und murmelte: ‚‚Der dauerbetrunkene Peter. Fällt jeden Abend in seinen Bierkrug. Aber klar sieht er scharfe blaue Bräute, der blaue Kerl.“ Max schwankte unter dem Gewicht des Kerzenständers und hievte ihn schwer atmend neben die Tür.

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Jackies Neugier war geweckt: ‚‚Welche blaue Frau wurde ermordet? Und welche Leichen hat deine Familie in ihrem Keller?“ Marlies, Max und sie musterten den Kerzenständer: er war reich verziert und verbreiterte sich unten zu einem dreifüßigen Sockel. Er stand schief, denn einer der Füße war beschädigt und hatte eine dunkle, fleckige Delle. Max, der alte Kunstgeschichtler sagte ehrfürchtig: ‚‚Ohrmuschelstil. Frühes 17. Jahrhundert schätze ich. Die dunkle Patina können wir wegpolieren und ich wette unter der blinden, verfleckten Schicht kommt die glänzende Prägung eines großen Goldschmieds zum Vorschein.‘‘

‚‚Das ist doch jetzt völlig fünftrangig, Max! Da liegt ein Skelett! Marlies, ob du willst du nicht, wir müssen die Polizei verständigen. Es reicht schon, dass Clara und ich Probleme mit denen haben, bitte du nicht auch noch. Das ist eine echte Leiche und kein Halloweenscherz. Auch wenn sie schon seit Jahrzehnten tot ist. Und diese alten Sachen hier kann dir niemand einfach so weg nehmen.‘‘ Marlies Miene verriet, dass sie einsah, was sein musste. ‚‚Wenn du möchtest,‘‘ bot Max an, ‚‚kümmere ich mich für dich um die Polizei und du erzählst Jackie solange deine spannende Familiengeschichte.‘‘

Eine skandalöse Familiengeschichte

Marlies hängte seufzend das Schild ‚‚heute geschlossen“ an die Tür. Dann setzte sie sich neben Jackie an den abgegriffenen hölzernen Tresen und schenkte ihnen beiden einen Kurzen ein. ‚‚Wat is dat nur imma mit euch“, sagte sie kopfschüttelnd. Ihr zieht die Leichen förmlich an. ‚‚Eure Detektei wird ne Joldgrube werden“, sagte sie überzeugt. ‚‚Mach dir da ma keene Sorgen, Jackie. Dit wird allet janz famos werden.“

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Im letzten Monat hatte sich Jackies Leben schlagartig verändert. Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass sie ihren heißgeliebten Job an der Uni verloren hatte, im Nachgang dieser ganzen Black-Spider-Geschichte. Nicht mehr vertauenswürdig wegen unbefugten Zugriffs auf interne Daten, pfft! Diese Idioten… Außerdem war Clara bei ihr eingezogen. Jackie war nie der WG-Typ gewesen und nach einem missglückten Versuch während ihrer Studienzeit, war Jackie überrascht, wie gut das Zusammenleben mit Clara funktionierte.

Jackie und Max hatten im letzten halben Jahr auf eigene Faust ganze vier Mordfälle gelöst. Dabei hatte Jackie auch Clara kennen gelernt, Max Schulfreundin, die bis vor kurzen noch beim Morddezernat gearbeitet hatte und sie mit Insiderinformationen versorgt hatte. Ohne ihre Hilfe hätten sie keinen einzigen Fall gelöst. Doch dann war alles aufgeflogen und Clara gefeuert worden. Ein Verfahren wegen Amtsmissbrauch stand ihr noch bevor.

Max hatte zwar wieder einen Job als Sicherheitsmann bekommen, diesmal im KaDeWe, aber von beruflicher Erfüllung konnte da auch keine Rede sein. Und irgendwie, Jackie wusste selbst nicht mehr so genau, wer damit angefangen hatte, stand in einer bierseligen Nacht in der Destille plötzlich die Idee im Raum, gemeinsam eine Detektei zu eröffnen. Und zwar in Marlies ranzig stinkenden Schnapskeller. Genau dort, wo sie jetzt schon wieder auf eine Leiche gestoßen waren.

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Marlies sagte gedankenversunken: ‚‚Det is die Daphne.‘‘ und holte Jackie damit zurück in die Gegenwart. ‚‚Daphne, dit is die blaue Dame… oder Dirne? Ik hab et verjessen. Eener meener seeljen Urahnen hatte die jedenfalls zur Jeliebten. Sind zusammen durchjebrannt, so hieß et zumindest in meiner Familie. Aber andere ham och jesacht, der wilde Fritz hätte sie ermordet. So hammse ihn nämlich jenannt, war meen Uronkel oder sowat. Ein echter Handtaschencasanova und Halodri. Aber jeschäftstüchtig, der Juute. Hat schwarzjebrannt und dit Jesöff ging weg wie nix. Hat ein Vermögen jemacht mit seim Fusel. Eines nachts, bevor die Polizei ihn verhaften konnte, war er dann wohl verschwunden. Hat sich auf und davon jemacht.“

‚‚Tolle Familiengeschichte“, sagte Jackie anerkennend und ein bisschen neidisch. ‚‚Ein Schwarzbrenner macht ein Vermögen und brennt mit seiner schönen Geliebten durch – oder er bringt sie um und versteckt ihre Leiche im Keller der eigenen Kneipe.“ Marlies lächelte stolz. ‚‚Det is noch lange nich det Eenzije, wat in den sojenannten goldenen Zwanzijern bei uns so los war. Dem wilden Fritz seene Schwester, det war meine Urgroßmutter Magda, die hatte auch een Schicksal jehabt. Sitzen jelassen wurde sie von ihrem Verlobten, dem roten Eugen.“ Marlies griff zur Flasche und goß Ihnen beiden nach. ‚‚Haben in eurer Familie eigentlich alle irgendeine Farbe?“, fragte Jackie.

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Marlies lachte schallend: ‚‚Nee! Na rot wegen Kommunist. Der Eugen war seiner Zeit voraus sozusajen, det hätte die DDR juut jefunden. Aber damals war det ja nur in Russland mit die Sozis und so. Na jedenfalls hat er der Magda, Gotthabsieseelich, den Hof jemacht, wo se gerade mal 17 war, det junge Ding. So hat meene Großmutter et mir erzählt, die sie ja noch jekannt hat. Die Magda war ja ihre Schwiegermutter. Und dann hat er ihr eens innen Ofen jeschoben, der Eugen und hat sich einfach so von dannen jemacht, verstehste? So sind se, die Männer.“ Marlies wollte schon wieder nachschenken, aber Jackie wehrte dankend ab.

‚‚Jedenfalls, um eenen Skandal zu vermeiden, musste meene Urgroßmutter dann natürlich janz bald heiraten. Und zwar ihren Cousin Rudolph Thiele, wegen Namen behalten und so. Ihre Brüder waren ja da schon tot oder verschwunden. Jezwungen wurde die Arme von ihrem Vater Johann, dem Tyrannen. So warn die Zeiten damals, weeßte ja. Aber ihr erstes und einzijes Kind, meen Großvater, der is nich vom Rudolph, sondern vom roten Eugen. Det hat meine Großmutter, die ja mit ihm verheiratett war, mir aufm Totenbett jebeichtet. Von wegen Thiele, den Namen dürfte ick jar nicht tragen, sozusagen. Hocke, stell dir vor, ik hieße eijentlich Marlies Hocke… naja, wenn der rote Eugen nicht abjehauen wäre.“ – ‚‚Ich blicke nicht mehr durch,“ seufzte Jackie. In diesem Moment fuhr vor der Kneipe ein Streifenwagen vor. 

Spurensicherung

Max, Marlies und Jackie verfolgten die nächsten zwei Stunden gespannt, wie die Polizisten den Fundort untersuchten, Beweismaterial eintüteten und schließlich auch die Leiche abtransportierten. Der Beamte machte Marlies keine Umstände, sondern war freundlich und versicherte ihr, sie wäre nicht unter Verdacht. Es stand wohl schon fest, dass Max mit seiner Vermutung Recht hatte. Die Leiche war schon etwa 100 Jahre tot. ‚‚Plus-Minus 10 Jahre“, wie der Beamte behauptete. Außerdem versicherte er Marlies mehrmals, dass alle sicher gestellten Fundstücke nach der Untersuchung wieder in ihren Besitz übergehen würden. Inklusive Kerzenständer.

Jackie verfolgte amüsiert, wie Marlies anfangs kratzbürstige, kurz angebundene Berliner Art in heftiges Flirten umschwang. ‚‚Es wäre eine große Hilfe, wenn sie mir eine Blutprobe geben würden, Frau Thiele. So wissen wir spätestens morgen, ob das Skelett mit ihnen blutsverwandt ist und können den Fall ad acta legen.“ – ‚‚Nennse mir doch Marlies“, flirtete die Wirtin. ‚‚Soll ik mir gleich hier entblößen und Ihnen meene DNA aushändijen? Hamse noch mehr für mich?“ Der muskulöse, ansehnliche Beamte strich sich sein lockiges Haar aus der Stirn.

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‚‚Wir wissen zumindest, dass die Leiche vermutlich nicht vor 1922 dort eingemauert wurde. Denn das Herstellungsjahr 1921 stand in der Damenhandtasche, die bei der Leiche lag. Wegen der Handtasche vermuten wir auch, es handelt sich bei der Leiche um eine Frau. Dem Knochenbau nach war sie Anfang 20, meinte der Kollege von der Spurensicherung. In der Handtasche fanden wir einen verblichenen Brief mit einer Liebeserklärung und einen Fluchtplan nach Russland. Leider waren die Buchstaben so verblichen und verschmiert, dass man weder den Namen des Schreibers, noch den des Adressaten lesen konnte.“

Marlies flüsterte: ‚‚Die blaue Daphne. Hat er sie also doch jeliebt, der wilde Fritz! Nach so langer Zeit kommt die große Liebe ans Licht! Hachje.“ Der Beamte lächelte, sagte aber ernst. ‚‚Vielleicht. Aber ich fürchte, die Romanze in ihrer Familie war tragisch. Der Schädel der Leiche weist eine heftige Fraktur auf und wir vermuten, sie wurde erschlagen.“ Marlies stellte ihr Schnapsglas ab, dass sie im Laufe des Vormittags schon oft geleert hatte. ‚‚Wenn er mit ihr durchbrennen wollte, wieso hat er sie ums Eck jebracht, der Handtaschencasanova? Naja, se ham ihn wohl nich umsonst den wilden Fritz jetauft.“ Sie beugte sich mit wippenden Brüsten über den Tresen und trompetete angetrunken. ‚‚Mindestens 17 Jeliebte soll er gehabt haben. Und weeß ik wieviele uneheliche Bälger. Dit nenn ik mal wild!“

Ahnenforschung

‚‚Unglaublich!“, sagte Jackie kopfschüttelnd. ‚‚Der Thiele-Clan ist jedenfalls alles andere als langweilig.“ Max sah von einem Stapel vergilbter Briefe auf und nickte. Es war schon Abend und seit mehr als fünf Stunden reisten sie nun schon durch die Geschichte von Marlies‘ Familie. Marlies hatte gleich zwei Kartons voller alter Bücher, Briefe, Tagebücher und Dokumente ihrer Familie vom Speicher geholt und Jackie und Max hatten sie in ihrem Wohnzimmer ausgebreitet. Es gab auch ein dickes Fotoalbum mit ernst dreinblickenden Familienporträts und einige Sammelbilder. Die erste Aufnahme war von 1887 und Jackie hatte fleißig alle Bilder mit ihrem Smartphone abfotografiert und war dabei, am Laptop einen Stammbaum zu erstellen.

Beim Umblättern fiel ihr eine lose ins Album gelegte Fotografie entgegen. Sie zeigte ein junges Mädchen mit Pagenfrisur, Charlstonkleid und keckem Lächeln. Das Mädchen tanzte auf einem Tisch und war umringt von Herren in Anzügen mit Monokeln. ‚‚Das war bestimmt eine Flamme vom Fritz und keine von den Thieles“, meinte Jackie. ‚‚Oder einfach ein Bildchen… zum Aufreizen“, sagte Max schelmisch. ‚‚Solche Fotos gingen in den 20er Jahren weg wie warme Semmeln. Ich hab‘ da auch ein paar in meiner Kunstsammlung.“ Jackie grinste und wiederholte betont anrüchig: ‚‚Kunstsammlung, klar!“ Sie zeigte ihm die Rückseite der Schwarz-Weiß-Fotografie. Dort stand in schwungvollen Buchstaben ‚‚Vergiss mein nicht! D.“.

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Jackie fasste für Max ihren provisorischen Stammbaum zusammen: ‚‚Folgende Thieles sind für uns interessant: Adalbert *1845-1890 & Luise *1847-1900 Thiele, Marlies Ur-ur-urgroßeltern. Sie kauften das Gebäude 1885 und führten es als Poststall. Von ihren fünf Kindern erbte Johann, der älteste Sohn, die Destille, den Fotos nach ein griesgrämiger Hüne von einem Mann. Johann Thiele, *1869-1927 war verheiratet mit einer Berta, geborene Regner *1879-1905.

Sie hatten drei Kinder: Ferdinand, ihr Ältester, wurde 1897 geboren und fiel 1916 im 1. Weltkrieg. Der zweite Sohn war der Schwarzbrenner und Casanova Friedrich und ist 1900 geboren. Laut Marlies Erzählung und einem Tagebucheintrag seiner Schwester, verschwand er Ende 1923 plötzlich spurlos. Und dann ebendiese Schwester, Marlies Urgroßmutter Magda. Sie lebte von 1905 bis 1975. Marlies wurde ein Jahr später geboren, hat sie also leider nicht mehr kennen gelernt.‘‘

Jackie holte tief Luft. ‚‚Aber damit hören die seltsamen Vorkommnisse in der Geschichte der Thieles längst nicht auf. Johann Thieles erste Frau Berta starb im Kindbett bei Magdas Geburt und noch im gleichen Jahr heiratete Johann Bertas jüngere Schwester Gudrun, die bis 1887-1942 lebte und ihm keine Kinder gebar.‘‘ – ‚‚Wohl eine ziemlich unglückliche Ehe. Diese Gudrun liebte wohl eigentlich Friedrich und hatte anscheinend sogar eine Affäre mit ihm“, warf Max ein. ‚‚Das habe ich mir aus einem ihrer Briefe an Friedrich Thiele zusammen gereimt. Ihr Mann Johann ist wohl dahinter gekommen und Gudrun ist aus Angst vor seinem cholerischen Gemüt davongelaufen“, ergänzte er. ‚‚Noch eine verschwundene Person in dieser Familie!‘‘

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Jackie war einen Moment sprachlos. ‚‚Was für eine Familie! Ich meine, die war doch über 10 Jahre älter als Friedrich und außerdem seine Stiefmutter und seine leibliche Tante, richtig?!?“ Max nickte nur und las den Brief vor, den er gefunden hatte: ‚‚Mein liebster Fritzl, sei gewarnt. Dein Vater weiß über alles Bescheid. Er hat mich windelweich geschlagen und mehr getan als eine brave Frau erdulden kann. Vor allem nur ist mir nun ganz Angst und Bange um dich. ‚Du weißt ja, wozu er fähig ist. Sei zu allem bereit und offenbare zur Not das Unaussprechliche. Dein Liebchen ist bei mir und wir warten beide sehnsüchtig auf dich. Ort wie immer. Gottes Segen, Deine G.

‚‚G. ist also Gudrun“, sagte Jackie atemlos. ‚‚Das ist genau die selbe Schrift wie bei diesem Brief über ihre dicken Beine.“ Max schüttelte lächelnd den Kopf. ‚‚Dieser Fritz ist schon irgendwie zu beneiden. Die scharfe Stiefmutter“, er deutete auf eine hübsche Frau auf einer Fotografie ‚‚und noch ein Liebchen hatte er gleichzeitig. Und beide riskieren alles für ihn. Die andere war bestimmt auch eine heiße Braut.“

‚‚Scharfe Stiefmutter??“, fragte Jackie gedehnt. ‚‚Du hast vielleicht wieder Fantasien!“ Sie betrachtete den wilden Fritz, einen ernst blickenden jungen Mann in Frack und Zylinder mit Schnauzbart und zuckte die Schultern. ‚‚Also, er muss Charisma gehabt haben. Sein Äußeres ist jetzt nicht die Wucht. Der war zwar recht groß, aber ebenso feist, wahrscheinlich von seinem schwarzgebrannten Schnaps.“ Jackie schaute auf und ihr Blick blieb kurz auf Max trainiertem Oberkörper in engem T-Shirt hängen. Sie fluchte innerlich, als er sie dabei ertappte und grinsend seine Muskeln anspannte.

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Jackie wechselte schnell das Thema und fragte: ‚‚Und was ist mit Magda? Hast du von ihr auch Briefe gefunden?“ – ‚‚Da wird es richtig spannend. Ich habe hier ein ganzes Bündel mit Liebesbriefen. Soweit ich mir einen Reim daraus mache, hatte Magda einen Verehrer: Eugen, der ihr eifrig Briefe schrieb. Er arbeitete als Stallbursche in ihrem Betrieb und war ein überzeugter…“ – ‚‚Kommunist! Der rote Eugen,“ fiel Jackie ihm ins Wort, ‚‚von dem hat Marlies mir schon erzählt!“

Max machte eine ungeduldige Handbewegung: ‚‚Wie auch immer. Eugen schreibt jedenfalls in glühenden Worten, die dir vermutlich die Schamesröte ins Gesicht treiben würden von einer Liebesnacht und…“ Doch Jackie unterbrach ihn schon wieder: ‚‚Ich weiß, ich weiß. Er hat sie geschwängert. Und um die Schwangerschaft seiner unverheirateten Tochter zu vertuschen – sowas war damals ja ein riesiger Skandal – hat der Patriarch Johann seine Tochter Magda mit ihrem Cousin Rudolf Thiele zwangsverheiratet. Ziemlich grausam, wenn du mich fragst. Aber ihr Sohn, der war in Wahrheit von diesem Eugen Hocke und sie hat ihn auch nach ihrem wahren Vater Eugen getauft. Magda muss eine starke Frau gewesen sein, um sich zu trauen, mit dieser Namenswahl dem Patriarchen Johann eine reinzuwürgen. 1924 geboren und schon 1978 gestorben. Er hat seine Mutter nicht lange überlebt.“

‚‚Schade, dass wir ihn nicht mehr fragen können, was er als Kind mitbekommen hat. Ich habe ein bisschen in Magda Thieles Tagebuch geblättert. Leider ist die Schrift schon sehr vergilbt und daher kaum zu entziffern. Einen Eintrag fand ich trotzdem spannend.“ Er schlug das Tagebuch am 19. März 1924 auf und las vor: ‚‚…fürchterlicher Streit…  …anderen Namen taufen….. …geschworen, nie wieder ein Wort mit mir zu reden. Recht so, denn ich werde auch nie verzeihen, dass...“ Da wird es leider komplett unleserlich.“

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Jackie dachte laut nach: ‚‚Das Leben von Eugen stand also von vornherein unter keinem guten Stern, also Eugen dem Zweiten, meine ich. Er heiratete eine Susanna Liebherr und bekam mit ihr 1950 Marlies Vater, Sebastian Thiele.“ Plötzlich stand Marlies in der Tür und ergänzte trocken: ‚‚Sebastian alias Papa lebt noch. Er ist aber senil und een Arschloch. Fiel schon mit 20 in der Destille vom Hocker, brach sich beede Arme und trank sich den Verstand wech. Er hatte dann eene Affäre mit unsjer Schankwirtin Gitte und meene Mutter schmiss ihn raus, als ik 9 war.“ Jackie und Max schüttelten nur den Kopf. ‚‚Also 100% ist irgendjemand dieser durchgeknallten Typen aus deiner Familie der Mörder“, sagte Max. Marlies schnaufte: ‚‚Da kannste aber eenen drauf lassen!“ 

Jackie wühlte jetzt auch in dem Haufen alter Briefe und Dokumente, die die beiden mittlerweile über den halben Wohnzimmerboden verteilt hatten. ‚‚Was ist denn das hier?“ Sie hielt ein beschriebenes Notizblatt hoch und las aufgeregt vor: ‚‚Hier steht: 18. Mai. 10:00 Uhr. Carl Großmann. Vorstellungsgespräch als Haushaltshilfe. Gute Verdienstmöglichkeiten. Und in einer anderen Schrift und in rot steht daneben gekritzelt: ‚‚Der Mörder!

Max horchte auf. ‚‚Marlies, welche haarsträubende Geschichte steckt da jetzt wieder dahinter? Wessen Schrift ist das?“ Marlies besah sich den Zettel und verglich ihn mit einigen der anderen Dokumente und Tagebücher. Dann seufzte sie und sagte: ‚‚Weeß ick och nich. Weder von Magda noch Eugen oder Gudrun oder irgend einem, von dem ik hier wat handschriftliches jeerbt hab.“ – ‚‚Vielleicht finden wir ja im Stadtarchiv etwas über diesen Carl Großmann. Vielleicht hat er ja die tote Frau in deinem Keller auf dem Gewissen? Vielleicht war es die blaue Daphne oder eine deiner Verwandten?“ 

Das Chicago Berlins

Den nächsten Tag verbrachte Jackie zusammen mit Clara im Stadtarchiv. Max war kurzfristig als Sicherheitsmann im KaDeWe eingesprungen. Wenigstens einer von uns verdient Geld, solange die Detektei noch nicht eröffnet ist, dachte Jackie. ‚‚Dieser Großmann war ja echt ein Mörder und was für einer.“ Clara wedelte mit dem Ausdruck eines Zeitungsartikels vom 6. Juli 1922. ‚‚Das war sogar der Mörder seiner Zeit, wenn man so will. Drei Lustmorde an Frauen hat er gestanden, aber vermutlich waren es noch viel mehr. Halt dich fest, bis zu 100 Opfer werden dieser Bestie zugeordnet. Er wurde auf frischer Tat ertappt, wie er eine Frauenleiche zerstückelt hat und in seinem Ofen wurden die verkohlten Hände einer anderen gefunden.“

Clara schüttele sich. ‚‚Großmann trieb sich vor allem in der Nähe des heutigen Ostbahnhofs herum. Friedrichshain galt damals wohl als das Chicago Berlins, weil es der gefährlichste Stadtteil war. Dort lebten sehr viele Arme und Kriminelle. In den Kanälen des Viertels hat man über mehrere Jahre hinweg Teile von Frauenleichen gefunden.“ Jackie zog die Augenbrauen hoch: ‚‚Gruselig! Das ist ja gar nicht weit weg von der Destille.“ Clara nickte: ‚‚Richtig! Du errätst nie, wie er seine Opfer angelockt hat!“ Jackie dachte an die Notiz mit dem roten Vermerk und kombinierte: ‚‚Er hat angeboten, sie einzustellen. Als Haushaltshilfe.“  Clara sah sie bewundernd an und sagte überzeugt: ‚‚Euer Detektivbüro wird super laufen. Du und Max, ihr beide seid die klügsten Köpfe, die ich kenne. Woher hast du das gewusst?  Er annoncierte eine Anstellung als Haushaltshilfe. Immer wieder. Zum Glück wurde er 1921 gefasst, doch zu einem Prozess kam es nicht mehr. Er hat sich am 5. Juli 1922 in seiner Gefängniszelle erhängt.“ Jackie nickte und lächelte ihre neue Freundin an. ‚‚Unser Detektivbüro, Clara. Du wurdest soeben eingestellt. Das heißt, wenn du einen unsicheren Job in einem Schnapskeller mit Leiche bei einer Detektei ohne Kunden haben willst. “ Clara sprang auf und fiel ihr um den Hals.

***

Jackie hatte auch etwas gefunden: ‚‚Schau mal, dieser Artikel von Frühjahr 1923 ist spannend. Hier wird von einer Razzia im Amüsierlokal ‚‚Babylon“ in Schöneberg berichtet. Hier steht, die Tänzerin Daphne de Saint-Euverte, bürgerlich Doris Pippert, wurde wegen anzüglichen Verhaltens vor Publikum verhaftet. Und jetzt schau mal, wer hier auf dem Foto unter den ganzen gaffenden Monokelträgern ist.“

Clara sah sie fragend an: ‚‚Keine Ahnung. Eine berühmte Person der Zeitgeschichte? Hindenburg?“ Jackie lachte: ‚‚Nein! Die Tänzerin ist die selbe, wie auf einem Foto, dass ich bei Marlies gesehen habe. Ich vermute, das ist die sagenumwobene Blaue Daphne. Und der junge Mann neben ihrem rechten Oberschenkel ist niemand anderes als Friedrich Thiele, auch bekannt als der wilde Fritz.“ – ‚‚Sie wurde verhaftet. Möglicherweise wusste sie einiges über die kriminellen Aktivitäten von Friedrich Thiele. Hast du nicht gesagt, der hat illegal Schnaps gebrannt?“ Jackie bestätigte: ‚‚So sieht’s aus. Wer weiß, wie sehr die Bullen Daphne damals in die Mangel genommen haben. Vielleicht hat sie ihn ja verpfiffen, um für sich Vorteile herauszuholen und musste deshalb sterben?“

Gute Neuigkeiten für Marlies

Jackie fuhr sofort zur Destille, um Max die bahnbrechenden neuen Informationen mitzuteilen. Clara wollte zuerst noch in die Wohnung und hatte behauptet, sie müsse einen dringenden Brief holen. Jackie vermutete, dass Clara sich in Absatzschuhe und verführerisches Kleid warf, da sie sich mit Max trafen. Max war ein schlauer Kopf, aber was Frauen anging war er das reinste Desaster. Seit Jackie Clara kannte, war ihr sofort klar gewesen, dass sie auf ihn stand. Aber Max verabredete sich lieber zu Dates mit hübschen Dummchen, arroganten Schnepfen oder aufgetakelten Modepüppchen. Jackie wusste nicht sicher, ob er Clara so subtil entmutigen wollte, oder ob er tatsächlich so blind war, um von ihrer Schwärmerei nichts zu bemerken.

Max sah müde aus, hatte die Krawatte gelockert, aber trug noch einen Anzug. Sie gingen zusammen zu einem ruhigen Tisch, abseits der anderen Gäste und Max legte stöhnend seine Füße auf einen Stuhl. Er hörte gespannt zu, als sie ihm von ihren Funden im Archiv berichtete und pfiff anerkennend, als Jackie ihm auf ihrem Smartphone das Foto von Daphne de Saint-Euverte zeigte. ‚‚Das ist also Marlies berüchtigte Blaue Daphne. Hübsch.“

***

Er zog sich die Krawatte ganz aus, ließ sie auf den Tisch fallen und öffnete den obersten Knopf seines Hemdes, just in dem Moment als Clara mit ihrer wunderschönen rabenschwarzen Mähne zur Tür herein stöckelte. Ihre Röcke werden täglich kürzer, dachte Jackie und beobachtete Max. Der streckte sich, nahm einen Schluck Bier und schrie: ‚‚Marlies, 2 Blonde. Ich brauch heute Nacht dringend 2 Blonde, die so scharf aussehen wie deine Blaue Daphne.“ Claras Lächeln gefror und sie flüsterte Jackie zu: ‚‚Sag nichts. Wehe, du streust jetzt noch Salz in die Wunde!“

Bevor Jackie etwas erwidern konnte, kam Marlies zu ihnen geeilt. Sie war ganz atemlos und hatte rosige Wangen: ‚‚Mich hat Martin, der starke Polizist von jestern eemt anjerufen.“ Sie kicherte wie ein Schulmädchen. ‚‚Der, der gleich meine DNA wollte.“ Sie ließ sich auf den Stuhl fallen. ‚‚Und ihr werdet et nich glauben!“ Alle sahen sie gespannt an. ‚‚Ja, was?“, rief Jackie, ‚‚spann uns nicht auf die Folter!“ Marlies Augen leuchteten. ‚‚Wir haben een Date!“ Max verdrehte die Augen ‚‚Und sonst hat er nichts gesagt?“ ‚‚Der Kerzenständer und die Weinflaschen aus’m Keller sind wohl ’n Vermöjen wert! Euer Marliesken is reich!!“ Jackie sah ihre Freundin lächelnd an: ‚‚Das freut mich total für dich! Wenn der Bulle ein bisschen Verstand und Augen im Kopf hat, dann schließt er dich sofort ins Herz. Und du kannst endlich die Destille dicht machen und die Beine hochlegen oder eine Luxus-Weltreise machen. Aber sag mal, was ist denn nun wegen der Leiche rausgekommen?“

Marlies sah sie einen Moment verblüfft an. „Achja, det. Ja also, det Skelett is männlich. Und ik bin mit dem verwandt. Keen Zweifel möchlich.“ Jackie und Max sahen sich lange an. ‚‚Dann ist ja eigentlich klar, wer der Tote ist!“, brach Jackie das Schweigen. Max nickte. ‚‚Ja, und auch wer der Mörder war.“ Marlies und Clara wechselten einen ratlosen Blick und die Wirtin rief gespannt: ‚‚Wer von meener Sippe ist dat und wer ist der Mörder?“

Wisst ihr es auch? Die Auflösung zu unserem Berlin Krimi Rätsel #5 findet ihr auf der nächsten Seite!