Das Berlin Krimi Rätsel 2 zum selber lösen

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Max’ freier Tag

Max blinzelte schlaftrunken und warf einen Blick auf die grüne Digitalanzeige seines Weckers: 6:13 Uhr. Normalerweise würde das Gerät in 2 Minuten ein bestialisch fiependes Geräusch von sich geben und jeden Gedanken an Schlaf vergessen lassen. Doch heute hatte Max frei. Sein neuer Job als Sicherheitsmann in der Galerie Lafayette war anständig bezahlt, aber verdammt öde. Er hatte sich schon lange auf diesen freien Tag gefreut. Vielleicht würde er sich nachher sogar mal bei Jackie melden: das hatte er schon längst vorgehabt, aber immer vor sich hergeschoben. Mit einem verschlafenen Gähnen wälzte er sich herum und verbarg den Kopf in der wohligen Umarmung seines Kopfkissens.

Knarzende Schritte tönten aus dem Treppenhaus. Eine Tür schlug zu. Max versuchte die Geräusche zu ignorieren und den angenehmen Schleier des Schlafs festzuhalten. Er vergrub das Gesicht noch tiefer im Kopfkissen. Einen Moment lang herrschte himmlische Ruhe.

Da ertönte der Schrei. Markerschütternd und schrill schnitt er durch Max‘ Gehirn und radierte jedes bisschen Schlaf und Entspannung aus. Im Bruchteil einer Sekunde war Max hellwach und sein Verstand begann zu arbeiten: irgend etwas stimmte nicht. Der Schrei kam von oben, dachte er. Dort wohnte Frau Kladow, seine Vermieterin. Geschrei und Geschimpfe war Max von seiner schrecklichen Vermieterin gewöhnt. Aber dieser Schrei klang anders.

Genervt und müde hievte Max sich aus dem Bett und schmiss die Kaffemaschine an. Jetzt würde er bestimmt nicht mehr schlafen können. Immer beschwert sich die Alte über die anderen, aber selbst macht sie so einen Krach! Mit einem Seufzen ging er ins Bad. Als er mit Duschen fertig war, hörte er Polizeisirenen. Hatte seine Vermieterin etwa schon wieder den Pawlows die Polizei auf den Hals gehetzt? Er zog sich an.

***

Gerade als er sich Kaffee eingießen wollte, hörte er im Treppenhaus Getrampel und aufgeregte Stimmen. Keine Wutausbrüche, Beschuldigungen und Hasstiraden, dachte Max und wurde hellhörig. Irgendetwas war anders als sonst. Er schob den Türriegel zur Seite, öffnete seine Wohnungstür und spähte ins Treppenhaus. Es war voller bekannter Gesichter. Die 5-köpfige polnische Familie Pawlow, die im Erdgeschoss wohnte, sah ihn an. Karol, der Vater, winkte ihn aufgeregt zu sich und Max setzte sich in Bewegung. Er wollte wissen, was hier los war.

Auch Alex und Philip, zwei der drei Studenten aus der WG gegenüber der Wohnung der Pawlows standen im Treppenhaus. Sie sahen etwa so frisch aus, als hätten sie schon vier Nächte durchgefeiert. Als Max an ihrer halb geöffneten Tür vorbei kam begrüßte er sie kurz. Dabei fiel sein Blick in den Wohnungsflur auf eine Umzugskiste voller pharmazeutischer Fachbücher. Oben auf lag ein zusammengeheftetes Manuskript. Neugierig spähte Max auf den Titel und entzifferte ‚‚Tod oder Heilung? – Giftpflanzen und ihr Potenzial als Medizin‘‘ von Benno Späth. War das nicht der dritte WG-Mitbewohner?

Karol Pawlow riss Max aus seinen Gedanken und begann in seinem starken polnischen Akzent aufgeregt zu erzählen: ‚‚Frau Kladow, die Vermieterin! Da ist irgendwas richtig Schlimmes passiert. Die Schwester ist da. Sie ist tot! Also nicht die Schwester, die Frau Kladow selbst.‘‘ Max schaute ihn ungläubig an und wiederholte: ‚‚Tot? Frau Kladow ist… war doch noch quickfidel! Und jetzt ist sie so plötzlich gestorben?‘‘

‚‚Ermordet!‘‘, ertönte von oben die hasserfüllte Stimme einer älteren Frau. ‚‚Mit stehlen geben sie sich nicht zufrieden, die Polacken!! Ich hab‘ es ja immer gewusst. Nehmt sie fest, die Mörder!“ Karol sah bestürzt aus und hatte es plötzlich sehr eilig, wieder in seine Wohnung zu kommen. Er murmelte etwas auf polnisch, das wie ein Fluch klang und warf seiner Frau Milena einen eindringlichen Blick zu. Sie nickte und schob ihre drei Kinder schleunigst in die Wohnung.

In diesem Moment kam die ältere Dame die Treppe hinunter und empörte sich weiter: ‚‚Sie wusste, dass die Polacken sie ins Grab bringen. Wer mit solchen Gesindel unter einem Dach lebt, dem ergeht es wie der armen Renate. Kaltblütig ermordet, haben sie die Gute. Sie lag auf dem Fußboden im Bad, nackt! Wie ein erlegtes Tier! So unwürdig sollte keine geborene Schreiner sterben, nicht einmal meine Schwester!“, schluchzte sie.

Max kannte die Stimme dieser Frau nur zu gut: Es war Frau Schreiner, die Schwester seiner Vermieterin. Ihr Vorname ist Selma, fiel ihm ein. Das wusste er, weil sich die beiden Frauen ständig gestritten hatten, wenn Selma Schreiner ihre Schwester besuchen kam. Und zwar am liebsten lauthals und an Orten, wo alle Mieter sie hören konnten. Nur in einer Sache waren sich die beiden zänkischen Schwestern einig gewesen: ihrer notorischen Ausländerfeindlichkeit.

Hinter Frau Schreiner kamen zwei Polizisten, zwei Rettungssanitäter und ein Arzt die Treppe hinunter. Die Rettungssanitäter trugen eine Bahre, auf der ein zugedeckter Leichnam lag. Ein korpulenter Kommissar lief schnaufend hinter ihnen her. ‚‚Gehen Sie bitte alle zurück in ihre Wohnung“, stieß er keuchend hervor.

‚‚Woran ist Frau Kladow denn gestorben? War es ein natürlicher Tod, oder warum sind Sie hier?“, fragte Alex neugierig, einer der Studenten. Der dicke Kommissar seufzte: ‚‚Frau Kladow ist tot, so viel wissen wir. Die genaueren Umstände ihres Todes untersuchen wir zur Stunde. Bitte haben sie Verständnis, dass wir Ihnen zur Zeit keine weiteren Auskünfte geben können.“ Dann sah er Max und sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich. ‚‚Sie schon wieder!?!“, grollte er. ‚‚Verlassen sie umgehend das Gebäude!“ – ‚‚Ich wohne hier!“, antwortete Max bestimmt und wusste im gleichen Augenblick endgültig, dass er in Kommissar Kern einen Feind gewonnen hatte.

Das Wiedersehen

Es war früher Nachmittag und Max war endlich mit seinen Besorgungen und dem Haushalt fertig geworden. Zu diesem Zeitpunkt müsste die Polizei eigentlich bereits erste Fakten gesammelt haben, dachte er und griff zum Telefon. Er wählte die private Handynummer seiner alten Schulfreundin Clara, die als Sekretärin im Kommissariat arbeitete. Schon einmal hatte sie Max‘ private Neugier in einem Mordfall befriedigt und ihn heimlich mit internen Informationen gefüttert.

‚‚Hallo Max“ flüsterte Clara mit aufgeregter Stimme, ‚‚ich hab mir schon gedacht, dass du anrufen wirst. Kern war vollkommen außer sich, dass du am Tatort warst und hat sich erst beruhigt, als er die Bestätigung bekam, dass du tatsächlich dort wohnst. Ich muss wirklich vorsichtig sein und kann dir nichts mehr sagen. Hier ist schon von einem Maulwurf die Rede und ich will nicht meinen Job riskieren.“

Max sagte enttäuscht: ‚‚Also kannst du mir gar nichts verraten?“ Clara seufzte am anderen Ende der Leitung. Max wusste genau, dass sie ihm einen Gefallen nur schwer abschlagen konnte. Er legte nach: ‚‚Sagst du mir zumindest, ob sie ermordet wurde? Vielleicht bin ich ja auch in Gefahr, wenn hier im Haus ein Mörder ein- und ausgeht.“ Kurz hörte er nichts und dachte schon Clara hätte aufgelegt. Doch dann sagte sie: ‚‚Nur soviel: die Leiche wird noch obduziert. Die Schwester der Toten glaubt an Mord, aber Frau Kladow war wohl schon seit 2 Tagen ziemlich krank und am Tatort weist rein gar nichts auf einen Einbruch oder irgendeine Form von Fremdeinwirkung hin.“

‚‚Danke,“ sagte Max, ‚‚du bist eine echte Freundin!“ – ‚‚Das will ich doch meinen!“, versetzte Clara. ‚‚Vor allem weil ich dir jetzt noch etwas sage: In der Wohnung der Toten hat man einen Kaufvertrag für das Haus gefunden.“ Max wurde hellhörig. ‚‚Ein griechischer Großinvestor namens Papadopoulos hat deiner Vermieterin, entschuldige Ex-Vermieterin ein gewaltiges Angebot gemacht. Mehrere Millionen Euro.“ – ‚‚Und hat sie verkauft?“ entfuhr es Max fast panisch. Ein Finanzmogul als Vermieter, der das Haus so teuer wie möglich sanieren lassen und die Miete dann um das anderhalbfache steigern würde, war das Letzte was er sich wünschte.

‚‚Der Vertrag war noch nicht von ihr unterschrieben.‘‘ sagte Clara. Max atmete auf. ‚‚Danke Clara, nochmal tausend Dank.“ Er legte auf. Ich sollte ihr wohl mal einen Strauß Blumen schicken, dachte er.

***

Jackie saß in ihrem Büro am Lehrstuhl für Informatik und korrigierte Klausuren, als ihr Smartphone klingelte. Überrascht sah sie auf dem Display den Namen Max. Sie hatte seit über 2 Monaten nichts mehr von ihm gehört. Damals hatten sie gemeinsam den Mord an ihrem besten Studenten Jonas Franke aufgeklärt. Mit ihrem Erfolg hatten sie den zuständigen Kommissar, einen unfähigen Fettwanst namens Körn oder Kern, ziemlich in Verlegenheit gebracht. Sie hatte mehrfach versucht Max danach zu erreichen, aber vergeblich. Erstaunt stellte sie jetzt fest, wie sehr sie sich über seinen Anruf freute.

‚‚Hallo Max, na gibt’s dich auch noch? Ich dachte schon, du hast mich vergessen.“ Jackie erwartete insgeheim, dass Max sich nun dafür entschuldigen würde, auf ihre letzten 7 Anrufe nicht geantwortet zu haben. Doch die Stimme aus dem Hörer sagte: ‚‚Äh, hallo Jackie. Ich hätte da ’ne Aufgabe für dich. Kannst du bitte mal mit deinen Zauberkünsten am PC rausfinden, wo Selma Schreiner wohnt? Sie steht leider nicht im Telefonbuch.“

‚‚Was?! Wie? Wer ist Sema Schreiner? Etwa deine neue Angebetete, oder was???“ Jackie konnte es nicht fassen, dass Max sie offensichtlich nur anrief um ihre Hackerkünste für irgendeine Frauengeschichte einzuspannen. ‚‚Nein. Sie ist nicht ganz mein Typ“, sagte Max trocken. ‚‚Etwas zu alt. Aber ich muss unbedingt mit ihr über ihre Schwester sprechen und weiß nicht, wo sie wohnt.“

‚‚Also willst du was von der Schwester?“ – ‚‚Im Prinzip ja. Aber die kann mir leider nicht mehr antworten.“ Jetzt wurde es Jackie langsam zu bunt: ‚‚Was heißt das nun wieder? Kann oder will nicht antworten?“. Max räusperte sich hörbar. ‚‚Sie ist tot. Meine Vermieterin. Die Umstände sind etwas… äh.. seltsam und…“

Nun war das Maß endgültig voll! Nicht nur, dass Max sie nur anrief, um eine Recherche für ihn zu erledigen. Er steckte seine Nase offensichtlich schon wieder in einen potentiellen Mordfall, wie ihr schlagartig klar wurde. Das an sich war nicht schlimm, aber dass er sie, Jackie, diesmal scheinbar nicht daran beteiligen wollte, verletzte und ernüchterte sie.

‚‚Jawohl Herr Inspektor, ich mache mich sofort daran, ihren Auftrag zu erfüllen,“ sagte sie eisig und legte auf. So viel zum Thema super Team. Max ist offensichtlich ein 1-Mann-Team, dachte sie. Trotzdem schob sie die Klausuren beiseite, startete ihren PC und ihre Finger begannen hastig über die Tastatur zu huschen.

***

Max starrte auf sein Smartphone. Er hatte es schon wieder getan. Schon als kleiner Junge hatte er andere Kinder vor den Kopf gestoßen, weil er sich nicht so verhalten hatte, wie sie erwartet hatten. Es war nicht so, als hätte er keine Emotionen, aber bis heute hatte er schon viele Freunde verloren, weil sie dachten sie wären ihm gleichgültig. Verschlossen wie eine Auster, hallten Claras Worte in seinem Kopf. Es war höchste Zeit, das zu ändern.

Also stand er zwei Stunden später mit einer großen Dose voller Haribo-Gummimonster vor Jackies Büro und hoffte, er hatte diese junge Freundschaft nicht im Keim erstickt. Ohne anzuklopfen öffnete er die Tür und verkündete, bevor Jackie ein Wort sagen konnte: ‚‚Ich bin kein Arschloch! Ich wollte dich nach dem ganzen Trubel bei unserem Unimord nicht in den nächsten Fall mit hineinziehen. Kommissar Kern ist auf mich nicht gut zu sprechen, aber du stehst ganz oben auf seiner roten Liste.“

Jackie sah ihn an und lächelte plötzlich. ‚‚Okay“, sagte sie. ‚‚Danke für deine Rücksichtnahme, aber dieser unfähige fette Kommissar wird den Tod deiner Vermieterin doch ohnehin nicht aufklären. Also müssen wir uns um den Fall kümmern. Ohne mich wärst du doch sowieso aufgeschmissen. Selma Schreiner wohnt übrigens in Dahlem. Jetzt bin ich sowieso schon in deinen Fall verwickelt, also erzähl doch mal was genau passiert ist.“

***

Eine gute Stunde später trafen die beiden vor einer stattlichen Villa im südlichsten Randgebiet von Dahlem ein. Jackies Nachforschungen hatten ergeben, dass die Familie Schreiner zu ihrer Blütezeit in den 60ern über 20 Immobilien in West-Berlin besessen hatte. Der Garten der Villa wirkte fast wie ein Teil des nahe gelegenen Botanischen Gartens, so prächtig war er. Jackie bewunderte die Vielfalt an heimischen und exotischen Gewächsen. Schon als Kind hatte sie ihrer Mutter mit Begeisterung im Garten geholfen und so ein wenig Ahnung von Botanik bekommen. Doch dann, irgendwann in ihrer Pubertät, wurde das Hacken Jackies Passion und die Welt der Einsen und Nullen trat an die Stelle der Blumen uns Sträucher.

Max folgte Jackie durch die schmale schmiedeeiserne Tür zwischen Thuja-Hecken in Richtung des Hauses. Fast hätten sie dabei Selma Schreiner übersehen, die auf der Terrasse vor einer Zinnwanne kniete und prächtige Orchideen aus einem kleinen Fläschchen besprühte. ‚‚Mein aufrichtiges Beileid zu ihrem Verlust“, sagte Max. ‚‚Ich wollte ihnen unbedingt persönlich mein Beileid aussprechen. Ich trauere mit Ihnen.“ – ‚‚Da sind sie wohl der Einzige. Meine Schwester war eine ziemlich fürchterliche Person. Erfüllt von Neid, Habgier und Hass“.

Max fragte interessiert, aber höflich: ‚‚Heißt das etwa, Sie haben ihre Schwester gehasst? Soweit ich weiß, war ich der einzige Mieter, mit dem sie keinen Streit hatte. Sie war wohl… nun ja, kein einfacher Mensch.“ – ‚‚Das können sie laut sagen!“, schnarrte die Schwester der Toten und setzte sich auf. Jetzt erst schien sie Jackie zu bemerken und sagte zu Max: ‚‚Sie haben ihre Freundin bestimmt nie mit nach Hause gebracht, sonst hätte ihnen meine Schwester das Leben zur Hölle gemacht. Sie konnte es nämlich nicht ertragen, andere Menschen glücklich zu sehen.“

Jackie wollte schon lauthals protestieren. ‚‚Ich bin nicht seine Fr…“, setzte sie an zu erklären, aber Frau Schreiner fuhr einfach fort zu reden, während sie sich Gartenhandschuhe überstreifte und sich daran machte, einen Blumenkasten mit rotem Fingerhut zu bepflanzen.

‚‚Aber Mord geht dann doch zu weit! Dass die Polacken klauen und lügen, war mir ja klar, aber das!“ Jackie war empört, verkniff sich aber einen Kommentar zum offenen Rassismus der Frau. Stattdessen fragte sie: ‚‚Warum glauben sie, dass ihre Schwester ermordet wurde?“ – ‚‚Unkraut vergeht nicht von alleine“, sagte Selma mit einem boshaften Lächeln. ‚‚Das können sie mir als Botanikerin glauben! Dazu muss man schon Gift einsetzen.“ Max fragte: ‚‚Sie glauben ihre Schwester wurde vergiftet? Wie kommen Sie zu diesem Verdacht?“

‚‚Renate war nie krank, nie! Gestern erst rief sie mich an und zitierte mich für heute früh zu sich, wie das eben so ihre Art war. Dabei hat sie die ganze Zeit gehustet und über heftige Übelkeit und Schmerzen geklagt. An Zufälle glaube ich nicht! Schon gar nicht, wenn es um eine so verhasste Person geht, die zugleich derartig reich war. Und diese Polacken-Pawlows haben sie doch ohnehin schon dauernd beklaut. Die sind einfach von Natur aus kriminell!“

Max und Jackie wechselten verstohlen einen Blick und Jackie verdrehte die Augen. ‚‚Davon weiß ich nichts“, sagte Max. Um das Thema zu wechseln, setzte er schnell hinzu: ‚‚Sie sagten, Ihre Schwester war reich. Wussten Sie eigentlich, das sie vorhatte, das Haus zu verkaufen?“ Selma schnaufte abfällig, während sie sich die Handschuhe auszog und Reste von Blumenerde von den Händen abklopfte. ‚‚Verkaufen?? Von wegen! Gernot, ihr dreckiger Exmann hat versucht, ihr das einzureden. Aber sie hätte unser Familienerbe niemals an einen Ausländer verkauft. Hätte sie nur gleich auf mich gehört und sich überhaupt nicht wieder mit diesem Lackaffen getroffen, der sie schon einmal betrogen hat. Wer einmal betrügt, betrügt immer, sage ich euch. Die Wurzel ist verdorben und kann nicht mehr gesunden.“

Jackie konnte sich bei diesen Worten ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. Wenn die Tote nur ein bisschen Ähnlichkeit mit ihrer gärtnernden Schwester hatte, wunderte es sie überhaupt nicht mehr, dass jemand sie ermorden wollte. ‚‚Sie haben so Recht. Männer waren auch immer meine Schwachstelle. Ehe ich mich versehe, haben sie mir das Herz heraus gerissen und mich nur benutzt“, sagte Jackie mit einem treuherzigen Lächeln.

Max zog eine Augenbraue hoch. Frau Schreiner warf ihm einen giftigen Blick zu. ‚‚Ich kann nicht verstehen, warum Renate erst vor ein paar Tagen Gernots Einladung zum Abendessen bei sich angenommen hat. Wo er sie doch mit ihrer damals besten Freundin betrogen hat. Man sollte meinen, sie hätte aus ihren Fehlern gelernt. Dieser Betrüger Kladow wollte von Anfang an doch nur das Geld der Schreiners – was hätte er auch sonst an Renate finden können. Sie war ja nicht wie ich.“ Max biss sich auf die Zunge, bevor er sagen konnte: Oh doch, aber ich tue mich schwer zu entscheiden, wer mich mehr anwidert

Ein Besuch in Lichtenberg

‚‚Du und deine Zauberfinger. Echt geil“, sagte Max im Auto. Jackie sah ihn an und rümpfte die Nase. ‚‚Das ist der widerlichste Anmach-Spruch, den ich je hörte“. Max grinste breit und meinte: ‚‚Ich wollte nur sagen, dass du echt gut bist im Hacken. Ich bin weder gut im Hacken noch bin ich gut mit Komplimenten oder emotionalen Dingen. Habe ich dir wirklich das Gefühl gegeben, dich nur zu benutzen? So pervers das klingt: Mir hat unser erster Mord Spaß gemacht und dieser Todesfall klingt auch nach einer Menge Spaß.“

Jackie drückte fluchend auf ihrem Smartphone herum und sehnte sich nach ihrer Tastatur und ihrem großen Bildschirm. Max‘ Entschuldigungen klangen ehrlich und Jackie war nicht nachtragend. ‚‚Okay, Max. Jetzt fühle ich mich weniger benutzt. Wenn du mir jetzt noch versprichst, mich nicht mehr bei spannenden Fällen auszuschließen, zeige ich dir mal was ich mit meinen Zauberfingern noch alles kann.“ Max drückte gerade noch rechtzeitig die Bremse durch, bevor er auf das Auto vor ihnen fuhr. Er riss die Fahrertür auf und brüllte aus dem Auto: ‚‚Aufpassen, Sie Idiot!“ Jackie grinste und fühlte sich so gut, wie schon lange nicht mehr.

***

Gernot Kladow wohnte in Lichtenberg in einem einfachen, heruntergekommenen Mehrparteienmietshaus aus DDR-Zeiten. ‚‚Kein reicher Mann“, stellte Max fest. ‚‚Kladow ist Bankangestellter‘‘, begann Jackie zu berichten, was sie herausgefunden hatte. ‚‚Ein kleines Licht, ohne Aufstiegschancen. In seinen Emails gibt es einen versauten Briefwechsel mit einer Kollegin, die schon 50 Jahre alt ist. Im Internet finde ich nichts über eine zweite Frau. Entweder er hat sich von dieser besten Freundin deiner Ex-Vermieterin inzwischen getrennt, sie noch nicht geheiratet oder das Berliner Amt erfüllt mal wieder alle Vorurteile und hat die Daten nicht digitalisiert.“

Max sah auf ihr Smartphone und fragte: ‚‚Will ich von der 50-jährigen Versuchung ein Foto sehen und ihre Emails lesen? Hast du noch ein paar harte Fakten herausbekommen?“ Jackie kicherte und zeigte ihm das Bild von einer fülligen Dame mit Schmollmund im pinken Negligé.

Es dauerte einen Moment, bis sie die richtige Klingel fanden. Es wohnten 20 Parteien in dem hässlichen Plattenbau und jedes zweite Klingelschild war unleserlich von Hand beschriftet. Schließlich fanden sie darunter auch G. Kladow und drückten den Knopf. Es vergingen 2 oder 3 Sekunden, dann knackte es in der Sprechanlage und eine heisere Stimme sagte: ‚‚Kladow. Sie wünschen?“ – „Wir möchten Ihnen unser Beileid auszusprechen.“ – ‚‚Beileid?“ fragte die Stimme skeptisch. ‚‚Na kommen Sie erstmal hoch. 1. Etage links.“

Der Mann, der Ihnen die Tür öffnete war klein, untersetzt und hatte einen schütteren Rand braun-grauer Stoppeln um seine Halbglatze. Jackie zog die Augenbrauen hoch. So stellte sie sich keinen Frauenheld vor. ‚‚Wir möchten Ihnen unser herzliches Beileid zum Tod von Frau Renate Kladow aussprechen“, sagte sie so einfühlsam wie möglich.

‚‚Es ist sehr rührend, dass Sie vorbeischauen“ sagte Herr Kladow feierlich, ‚‚Woher kennen Sie meine Renate?“ – ‚‚Wir, äh… also ich, ich wohne…“ begann Max. Doch Jackie sprang für ihn ein: ‚‚Wir sind ihre Mieter und Bridge-Freunde. Wir sind zutiefst bestürzt über ihren plötzlichen Tod.“ Von Frau Kladows Bridge-Leidenschaft wusste Jackie durch einen Netzeintrag über ein gewonnenes Turnier vor 3 Jahren.

Herr Kladow bat die beiden herein. Auf dem Wohnzimmertisch lagen ein paar bedruckte Papiere, die er auffällig hastig zusammenklaubte und in der Schublade eines Buffets verschwinden ließ. ‚‚Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass meine Frau nicht mehr ist.“ – ‚‚Frau? Ich dachte, sie wären geschieden?“, sagte Max. ‚‚Wir waren gerade dabei uns wieder anzuhähern“, erwiderte Gernot Kladow mit belegter Stimme und tupfte seine Augen mit einem Taschentuch ab.

Jackie ließ den Blick durch das Wohnzimmer schweifen: der Luxus der geschmackvollen Einrichtung stand in krassem Gegensatz zum schäbigen Äußeren des Gebäudes. Die Designermöbel sahen nagelneu aus. Neben einer ausladenden Couch stand ein kleines Bäumchen, die einzige Pflanze im Raum, wie ihr sofort auffiel.

‚‚Was für ein interessanter Baum“, sagte Jackie. Gernot Kladow schaute sie verwundert an. ‚‚Ja, ein Wunderbaum, Ricinus communis. Aus der Gattung der Wolfsmilchgewächse.“ Er lächelte sie an und zwinkerte ihr zu. ‚‚Wenn Sie wollen, kann ich Ihnen Samen mitgeben, Frau… äh…“

Doch bevor er Jackie in Verlegenheit bringen konnte, fragte Max: ‚‚Sie interessieren sich also auch für Botanik? So wie Frau Selma Schreiner.“ Bei der Erwähnung dieses Namens, legte sich Herrn Kladows Stirn augenblicklich in Falten. ‚‚Wenn Sie es sagen“, erwiderte er kühl. ‚‚Ich habe jetzt übrigens noch einiges zu tun.“ Auf einmal schien seine Nettigkeit verflogen.

Jackie bemühte sich schnell, die Situation zu retten. ‚‚Wir möchten Sie auch gar nicht weiter behelligen“, flötete sie süßlich. Max starrte entsetzt auf Jackies Hand, die sich vertraulich auf Herrn Kladows legte. ‚‚Aber ich hätte wirklich zu gerne einen von ihren Samen. Von Ihrem Wunderbaum.“ Sofort kehrte das Lächeln auf Herrn Kladows rotes Gesicht zurück. ‚‚Einer so hübschen Frau kann ich einen Gefallen natürlich nicht abschlagen!“, sagte er und huschte in den hinteren Teil seiner Wohnung.

‚‚Was zum Teufel finden alle Frauen an diesem Wicht?“, flüsterte Max verständnislos. ‚‚Doch Jackie war schon aufgesprungen, schnell und leise wie eine Wildkatze, und hatte die Schublade des Buffets geöffnet. Sie holte die Seiten des Dokuments hervor, dass Gernot Kladow dort hineingelegt hatte und fotografierte jede Seite blitzschnell mit ihrem Smartphone. Dann ließ sie das Manuskript wieder in der Schublade verschwinden und hastete auf ihren Platz auf dem Sofa zurück. Keine Sekunde zu früh, denn Gernot Kladow kam gerade ins Wohnzimmer zurück und überreichte ihr mit einer affektierten leichten Verbeugung ein kleines Tütchen.

‚‚Ich hoffe, Sie haben viel Freude mit meinen Samen“, sagte er anzüglich. Jackie bedankte sich artig und sie verabschiedeten sich. Beim Hinausgehen sah Jackie aus dem Augenwinkel auf einem Tischchen das gerahmte Foto einer rothaarigen Frau im Bikini. Es war weder seine tote Exfrau, noch die Kollegin, mit der er anbandelte. Schwein, dachte Jackie.

Breit gesäter Hass

Am nächsten Tag machten Max und Jackie beide blau. Um 9 Uhr morgens stand sie bewundernd vor dem wunderschönen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das Max bewohnte. Sie klingelte und rief in die Sprechanlage: ‚‚Geile Hütte!“ Max drückte auf den Summer, öffnete seine Wohnungstür und rief nach unten: ‚‚Ich wohne im 3. Stock, komm hoch.“ Sein Smartphone klingelte im Wohnzimmer und er ließ die Tür offen stehen. Auf dem Display sah er Julias Nummer und drückte sie schnell weg. Jackie rauschte zur Tür hinein und rief überrascht: ‚‚Mann, ist das bei dir gemütlich. Hätte ich gar nicht erwartet.“ Max konterte: ‚‚Was, ganz alleine? Wo ist denn dein neuer heißer Verehrer?“ Jackie grinste: ‚‚Der pflegt wahrscheinlich seinen Wunderbaum, oder seine Kollegin.“ Max rief: ‚‚Hör auf! Kopfkino!,“ und schüttelte sich.

Dann erzählte er Jackie von seinem Gespräch mit seinen polnischen Nachbarn. ‚‚Ich habe gestern noch mit Familie Pawlow gesprochen. Mit Karol, dem Familienvater bin ich auf du. Er hat mir erzählt, dass Frau Kladow schon seit längerem versucht hat, sie aus dem Haus zu ekeln. Sie wohnen schon in zweiter Generation in diesem Haus und der Vater der Schreiner-Schwestern war wohl ein netter Mann und überhaupt nicht so ausländerfeindlich wie seine Töchter. Er schloss den Mietvertrag noch mit Karols Vater zu wirklich großzügigen Konditionen ab. Ohne Mietstaffelung und so.“

Jackie überlegte. ‚‚Lass mich raten, die Kladow-Hexe wollte die nette Familie aus dem Haus ekeln, um die Miete drastisch zu erhöhen und gleichzeitig die von ihr gehassten Polen auf die Straße zu setzen.“ Max nickte. ‚‚Sie hat den Pawlows das Leben richtig schwer gemacht! Milena, die Mutter hat mir erzählt, dass Frau Kladow sie schon mehrfach beschuldigt und bei der Polizei angezeigt hätte wegen Diebstahl. Aber die Polizei konnte nie etwas finden. Vermutlich weil es alles erstunken und erlogen oder Frau Kladows Paranoia entsprungen war. Ich glaube den Pawlows jedenfalls.“

‚‚Was für eine schreckliche Person!“ – Jackie schüttelte den Kopf vor Unverständnis über so viel Gehässigkeit. ‚‚Ja“, stimmte Max ihr zu, ‚‚und das schlimmste kommt noch: denn tragischerweise verlor Karol seinen Job wegen der ganzen Verleumdungen und die Pawlows müssen jetzt von dem wenigen Geld leben, das Milena beim Putzen verdient. Sie haben keinen Hehl daraus gemacht, dass sie nicht gerade traurig sind über den Tod von Renate Kladow. Denn die hatte sie schon beinahe so weit, freiwillig auszuziehen, um die Ausländerfeindlichkeit, den Hass und die Verleumdungen nicht mehr ertragen zu müssen.“

Jackie fiel plötzlich etwas ein: ‚‚Hoffentlich erhöht dieser Grieche die Miete nicht.“ Max sah sie fragend an: ‚‚Aber die Kladow hat dem griechischen Finanzhai doch gar nicht verkauft.“ – ‚‚Sie nicht!“, stimmte Jackie ihm zu. ‚‚Aber dafür hat Herr Kladow das vor, du weißt schon, mein schmieriger Verehrer. Das Dokument in seiner Schublade war auch ein Vertrag mit der Papadopoulos SE. Es ist von ihm unterzeichnet, aber das Datum ist noch nicht eingetragen. Dafür kann es nur einen Grund geben: Gernot Kladow geht davon aus, dass er im Testament als Erbe des Vermögens von Renate Kladow eingesetzt ist.“

Max seufzte und meinte: ‚‚Also haben sowohl die Pawlows als auch dein Verehrer mit dem Wunderbaum ein Motiv“. Jackie fragte: ‚‚Und was ist mit der Schwester? Wenn die Kladow vorhatte, das historische Erbe der Familie Schreiner ihrem Ex-Mann zu vermachen, wird ihre Schwester das vermutlich in Rage versetzt haben. Du sagtest doch, die beiden haben sich immer gestritten. Vielleicht war es ja Mord im Affekt? Und sie hat die Entdeckung der Leiche nur gespielt und absichtlich den Verdacht auf andere gelenkt.“

‚‚Zutrauen würde ich es ihr durchaus“, stimmte ihr Max zu und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. ‚‚Ich war gestern morgen noch im Halbschlaf, als Frau Schreiner die Leiche ihrer Schwester fand. Keine Ahnung ob die davor vielleicht noch lebte und die Schreiner sie direkt an Ort und Stelle ermordet hat! Stellt sich nur die Frage wie? Vielleicht haben die Studenten aus der WG unter mir ja noch etwas mitbekommen. Wenn wir sie befragen, haben wir dann auch alle durch, die einen Schlüssel für das Haus haben, inklusive der Schwester. – Außer natürlich du willst mich noch verhöhren.“ – ‚‚Dazu wird sicher später noch Gelegenheit sein“, bemerkte Jackie schelmisch.

***

Erst als sie zum dritten Mal laut an die Tür der Studenten-WG klopften – die Klingel war abgestellt – öffnete ihnen ein völlig verschlafener Alex. ‚‚Was gibt’s, Max?“  – ‚‚Dürfen wir kurz reinkommen? Ich wollte euch ein paar Fragen stellen wegen dem plötzlichen und ehrlich gesagt ziemlich seltsamen Tod von Frau Kladow.“ Alex machte ein abfälliges Geräusch mit der Zunge. ‚‚Wieso? Spielste mal wieder Detektiv, oder was? Naja, egal, kommt rein, ist aber nicht aufgeräumt.“

Vorsichtig setzten Jackie und Max einen Fuß vor den anderen und bahnten sich den Weg durch leere Pizzakartons, herumliegende einzelne Schuhe und Socken und Umzugskisten voller Bücher, DVDs und PC-Spiele. „„Wow“ sagte Jackie verzückt. Max drehte sich verwundert um. Was konnte sie in dieser Wohnung wohl bewundern? Dann sah er auch den riesigen Bildschirm und den wassergekühlten blau-rot leuchtenden Rechner daneben. Philip, der Informatiker, saß vor seinem Computer und zockte. Max hätte es ja wissen müssen.

Während Jackie mit Philip fachsimpelte, fragte Max Alex in der Studentenküche bei einem scheußlichen Pulverkaffee aus. Er war gespannt, ob die drei Studenten am vorigen Morgen noch etwas mitbekommen hatten. Aber Alex versicherte, Philip und er seien erst in den frühen Morgenstunden von einer Party zurückgekommen und hätten geschlafen wie Steine, bis die Polizeisirenen sie geweckt hätten. ‚‚Und Benno? Wo war der?“, fragte Max.

‚‚Hallo Max, frag mich doch selbst.“ Benno, der Pharmaziestudent stand nun auch in der Küchentür. ‚‚Aber ich kann dir gleich sagen, ich war nicht da, ich wohne jetzt wieder in Lüneburg bei meinen Eltern.“ Max war erstaunt ‚‚Aber wieso das denn? Was ist mit deinem Studium? Ich dachte du wärst erst im 4. Semester“. Bennos Mundwinkel zuckten. ‚‚Vorzeitig beendet. Die Alte hat mir alles verbaut!“ sagte er bitter. Max sah ihn fragend an: ‚‚Was meinst du damit?“ Benno schluckte und rang mit den Tränen.

Alex warf Max einen gequälten Blick zu und erklärte: ‚‚Na die alte Hexe hat uns doch neulich die Bullen auf den Hals gehetzt. Nur weil sie Benno einmal beim Kiffen erwischt hat.“ Benno sah ihn traurig an: ‚‚Das war’s dann. Viel haben sie nicht gefunden, bin ja kein Dealer. Die Anzeige haben sie fallen gelassen. Aber einen Eintrag hab ich trotzdem. Mit der Apothekerkarriere war’s das dann! Für immer!“ Noch jemand mit einem Motiv, dachte Max. ‚‚Darum bin ich auch ausgezogen“, sagte Benno. ‚‚Ich bin gestern Abend nur nochmal her gekommen um mein restliches Zeug zu packen und mich von meinen Kumpels zu verabschieden.“

***

Max brauchte gefühlte drei Stunden um Jackie und Philip aus ihrer Diskussion über die Zukunft der Quantencomputer zu reißen. Gerade als sie zurück in seiner Wohnung waren, klingelte sein Handy. Es war Clara. ‚‚Einen Moment“, sagte er, legte das Handy auf den Tisch und stellte auf Lautsprecher. ‚‚Du bist nicht allein?“, fragte Clara misstrauisch. Jackie sah ihn an: ‚‚Wer ist denn da dran?“ Max sagte laut: ‚‚Darf ich vorstellen: Clara Jackie, Jackie Clara. Clara arbeitet für die Polizei. Jackie hilft mir den Fall aufzuklären.“ – ‚‚Ahhhhhhja“, sagten die Frauen fast gleichzeitig. Das war also die mysteriöse Quelle, die Max mit seinen Insidern versorgte. Klingt nett, dachte Jackie.

‚‚Irgendwelche Neuigkeiten?“, fragte Max. ‚‚Allerdings,“ antwortete Clara, ‚‚die Ergebnisse der Obduktion sind da. Es war tatsächlich Mord. Durch ein Pflanzengift: Rizin. Das braucht 2 Tage um seine volle tödliche Wirkung zu entfalten. Nierenversagen, Leberversagen, das volle Programm.“

Max und Jackie sahen sich an. ‚‚Dann bin ich mir sicher. Ich weiß jetzt, wer die Kladow umgebracht hat.“ sagte Jackie.

Wer war der gerissene Mörder? Blättert auf die nächste Seite für die Auflösung unseres Berlin Krimi Rätsel 2!