Drei portugiesische Gerichte die einen Meistertitel verdienen, dazu gehört auch dieser Möhrensalat.

Beim portugiesischen Fußball kann man geteilter Meinung sein, aber portugiesische Gerichte haben allemal einen Meistertitel verdient! Zu diesem Urteil kommen wir jedenfalls nach unserem letzten Kochen mit Freunden unter dem Motto portugiesische Küche. Die Rezepte gibt’s wie immer hier. Bom apetite!

Inspiriert vom doch eher überraschenden EM-Sieg Portugals – nach den alten Regeln wären sie ja nicht mal über die Vorrunde hinausgekommen! – erklärten wir diesmal Portugiesische Gerichte zu unserem Motto, beim gemeinsamen Kochen mit Freunden.  Zusammen kochen ist eine unsere liebsten Formen gemeinsamer Freizeitgestaltung! Nicht nur Liebe, auch Freundschaft geht durch den Magen, jedenfalls dann, wenn so lecker aufgetischt wird, wie in unserem Freundeskreis… 😉

Bei Temperaturen um die 30°C hatten wir außerdem Lust auf südländische Küche. So kommt beim Kochabend schon mal Urlaubsfeeling auf. Portugiesische Gerichte sind geradezu perfekt für den Sommer – sie sind meist recht schnell und einfach zuzubereiten, nicht zu schwer und selbst Fleischgerichte haben eine Touch von mediterraner Frische.

  • Motto: Portugiesische Gerichte
  • Vorspeise: Portugiesischer Möhrensalat
  • Hauptspeise: Schweinefilet Lissaboner Art auf Zitronenreis
  • Nachspeise: Bratäpfel in Portwein

3 leckere typisch portugiesische Gerichte

1. Vorspeise: Portugiesischer Möhrensalat

Möhrensalat ist eine typisch portugiesische Vorspeise, die schnell, kostengünstig und einfach zuzubereiten ist. Leicht säuerlich abgeschmeckt schmckt sie einfach herrlich erfrischend.

Wer schon einmal in Portugal im Urlaub war und dort in einem Restaurant gegessen hat, weiß, dass es dort üblich ist, vor und zum Essen kleine Häppchen zu reichen. Das können Oliven sein, kleingeschnittene Linguiças (Würzige Paprikawürste), Sardinen, Brot und Streichkäse. Auch dieser typische Möhrensalat wird meist dazu gereicht.

Dieses Rezept ist wie einige spanische und portugiesische Gerichte durch die nordafrikanisch-arabische Küche beeinflusst. Das geht auf den Jahrhunderte langen Einfluss der Mauren auf der Iberischen Halbinsel zurück.

Zutaten (für 4 Personen)

  • 4-6 Möhren
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • ½ Bund frischer Koriander
  • 10-15 Walnusshälften
  • ½ Bund frische Petersilie
  • ½ Tasse Rotweinessig
  • 4 EL Olivenöl
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Paprika (edelsüß)
  • 4 Eier

Zubereitung

Portugiesische Gerichte sind oft einfach, aber sehr lecker.
Portugiesischer Möhrensalat im Topf

Die Möhren schälen und in kleine Scheiben schneiden, die Zwiebel fein hacken und beides etwa 12 Minuten lang in Salzwasser gar dünsten.D ann den Rest des Wassers abkippen und die Möhren, den Koriander, die Petersilie und die Walnüsse fein hacken und hinzugeben, ebenso Olivenöl und Rotweinessig. Mit den Gewürzen abschmecken.

Tipp: Wer es ein bisschen süßer mag, kann statt Rotweinessig auch Himbeeressig oder einen anderen Fruchtessig nehmen.

Die Eier hart kochen (ca. 6 Minuten), aus der Schale pellen und längs vierteln. Vor dem Servieren die Eier schön auf dem Salatteller anrichten und mit etwas Paprikapulver bestäuben.

2. Schweinefilet Lissaboner Art auf Zitronenreis

Es gibt viele leckere portugiesische Gerichte mit Fleisch obwohl die Portugiesen eine klassische Seefahrernation sind und entsprechend viel Fisch essen. Der Überfluss an essbaren Meeresbewohnern ist allerdings gerade der Grund, warum die wohlhabenderen Portugiesen in früheren Jahrhunderten das seltenere Fleisch bevorzugten. Fisch und Meerestiere waren etwas für die Armen, als reicher Lissaboner Kaufmann speiste man Huhn, Rind oder Schwein.

Typisch für portugiesische Gerichte ist auch, dass Fleisch oft über lange Zeit in Wein eingelegt bzw. mariniert wurde. So entstanden einige unglaublich aromatische portugiesische Gerichte wie Madeira-Hühnchen und Portwein-Steak. Für das Schweinefilet nach Lissaboner Art, das wir diesmal zusammen zubereitet haben, wird das Fleisch über Nacht in Weißwein eingelegt. Ein typisch portugiesischer Weißwein ist der ganz im Norden Portugals angebaute Vinho verde, zu deutsch grüner Wein, der auch das ideale Begleitgetränk zu diesem Gericht war.

Zutaten (für 4 Personen)

  • 800 g Schweinefilet
  • 150 g Räucherspeck
  • 4 EL Olivenöl
  • Saucenbinder
  • 2 Tassen Reis
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 150 g Butter
  • Eingelegte getrocknete Tomaten
  • Gewürze: Salz, schwarzer Pfeffer

Für die Marinade

  • 4 Knoblauchzehen
  • ½ Bund frischer Koriander
  • 2-3 Lorbeerblätter
  • ½ Chilischote
  • 300 ml Weißwein (Vinho verde)

Zum Verzieren

1 Bund Petersilie

Zubereitung

Portugiesische Gerichte werden oft mit frischem Koriander verfeinert.
Lissaboner Schweinefilet an Zitronenreis

Das Schweinefilet in ca. 3-4 cm breite Würfel schneiden, dann die Marinade vorbereiten. Die Knoblauchzehen schälen.

Tipp: Wie du ganz einfach Knoblauch schälst: die Zehen in eine Tupperbox geben, schließen und kräftig schütteln. So bricht die Schale ganz von alleine ab und du kannst die nackten Zehen herausnehmen.

Den Knoblauch und die Chilischote fein hacken, den Koriander waschen und von Hand zupfen. Alles zusammen mit den Lorbeerblättern und dem Wein in eine mittelgroße Schüssel geben und das Fleisch hineingeben. Die Schüssel mit Klarsichtfolie oder einem Deckel zudecken und kalt stellen. Idealerweise bereitet man das Fleisch bereits 24 h vor dem Kochen vor, so dass die Marinade einen vollen Tag Zeit hat, einzuziehen. Es schmeckt aber auch bei einer kürzeren Einwirkzeit sehr gut. 😉

Jetzt geht es ans eigentliche Kochen: Zunächst den Reis zum Kochen aufsetzen. Den Räucherspeck von Schwarte und Knorpeln befreien und in feine Streifen schneiden. Diese in einer großen Pfanne auslassen. Das Fleisch aus der Marinade nehmen, kurz abtropfen lassen und in die Pfanne hinzugeben.

Wer das Fleisch etwas krosser mag, kann es auch gründlich abtupfen und bei hoher Hitze scharf mit dem Speck anbraten. Sollte das ausgelassene Fett vom Speck zum Braten nicht ausreichen, nach Bedarf Olivenöl hinzugeben. Das Fleisch in der Pfanne mit der restlichen Marinade ablöschen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und köcheln lassen. Nach eigenem Ermessen mit Saucenbinder, Mehl oder Stärke andicken.

Inzwischen sollte der Reis fertig gekocht sein. Die Schale der Bio-Zitrone hineinreiben – aber Vorsicht, Schale nur oberflächlich abraspeln, sonst kann das Aroma bitter werden. Die Butter und etwas Salz hinzugeben und gut umrühren. Den Reis auf dem Teller mit den eingelegten getrockneten Tomaten garnieren. Alternativ kann man diese auch in kleine Streifen schneiden und unter den Reis mischen.

3. Nachspeise: Bratäpfel in Portwein

Zutaten (für 4 Personen)

  • 4 Äpfel
  • 1 Flasche Portwein
  • Butter
  • Quittengelee
  • Mandelblättchen
  • Zimt

Zubereitung

Die Äpfel schälen und entkernen, ohne sie dabei zu zerteilen. Das geht am Besten mit einem Apfelentkerner. Die Äpfel in einer Schüssel mit Portwein tränken und diesen eine Weile einziehen lassen.

Eine Backform mit Butter fetten, die Äpfel ebenfalls kurz in Butter wälzen, mit etwas Zimt bestäuben und Mandelblättchen darüber streuen. Dann die Äpfel in der Backform im vorgeheizten Ofen und bei 200°C Oberhitze / 180°C Umluft ca. 20-30 Minuten backen.

Tipp: Für jegliche Art Bratäpfel eignet sich auch prima eine Muffinform, bei denen man die Äpfel gut in die Mulden setzen kann!

Gerade im Sommer empfiehlt es sich, dieses Dessert vor den anderen Gängen zuzubereiten und die Bratäpfel auskühlen zu lassen bzw. kalt zu stellen. Zu den portugiesischen Bratäpfeln könnt ihr noch ein Glas Portwein servieren. Nicht ohne Grund ist dieser aromatische schwere Wein einer der beliebtesten Dessertweine der Welt.

Wer es noch erfrischender mag, kann den Portwein auch mit Apfelsaft mischen und ein paar Eiswürfel hinein tun – ein erfrischender Sommer-Longdrink, der sich in Portugal größter Beliebtheit erfreut.

Wir hoffen sehr, dass euch diese portugiesischen Gerichte ebenso gut schmecken wie uns! Ihr sucht weitere besondere Rezept-Ideen für’s Kochen mit Freunden ? Unser kulinarischer Sommernachtstraum und unsere 4 super leckeren Picknick-Rezepte sind eine super Inspiration zum kreativ kochen!