Konkurrenzdenken gehört zu den 12 häufigsten Problemen mit Freunden

Selbst in der besten Freundschaft gibt es mal Streit, Uneinigkeit oder verletzte Gefühle. Die gute Nachricht: die meisten Probleme mit Freunden lassen sich einfach wieder aus der Welt schaffen. Wie unnötiges Konkurrenzdenken.

Problem #2 – Konkurrenzdenken

Schon unter Kindergartenfreundinnen oder -freunden gibt es Konkurrenzdenken und regelrechte Konkurrenzkämpfe. Wer darf zuerst auf die Schaukel? Wer hat die schönere Sandburg gebaut? Wer ist beliebter?

Über die Schulzeit bis ins Erwachsenenleben bleibt das Muster fast gleich: Wer trägt die cooleren Klamotten? Wer ist erfolgreicher in Liebesdingen? Wer hat die besseren Noten? Wer den geileren Job, das höhere Gehalt, die schönere Wohnung? 

Das geht bis hin zu dem mittlerweile fast schon sprichwörtlich gewordenen „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ aus einem Werbespot der 90er. Klar, da sind es natürlich zwei männliche Freunde, die sich darin messen, wer „mehr im Leben erreicht“ hat. Typisch! Würden viele Frauen sicher sagen, der nun durch über stellvertretende Statussymbole vollzogene Schwanzvergleich, der die Jungs schon in der Vor- und Frühpubertät so beschäftigte. Frauen dagegen…

…sind auch nicht besser. Es genügt sich ein paar Folgen Sex and the City anzuschauen um zu wissen, dass Konkurrenzdenken ganz geschlechtsunabhängig auch unter den engsten, besten Freund(inn)en verbreitet ist.

Der ewige Wettstreit

So sind wir Menschen nun mal: Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken ist uns in die Wiege gelegt und macht evolutionär ja auch ziemlich viel Sinn. Wer sich ständig vergleicht und bemüht ist, für sich selbst das Beste herauszuschlagen, der setzt sich eben durch. Blöd nur, wenn das Konkurrenzdenken so mächtig wird, dass man es sich deshalb mit seinen engsten Freunden verscherzt…

Oft fängt es ganz harmlos an… Ein freundschaftliches Messen, wer die bessere Figur hat, wer im gemeinsam ausgeübten Sport besser ist oder wer in Schule, Uni, Ausbildung, Karriere erfolgreicher ist. Da spielt Neid dann ebenso eine Rolle, wie der Wunsch sich selbst zu profilieren, das Selbstwertgefühl zu steigern in dem man besser, schöner, bei anderen populärer ist. Und wie so oft, wenn wir uns vergleichen tun wir dies meist mit den Menschen die uns nahe stehen und die in einer ähnlichen Lebenssituation sind: Geschwister, Klassenkameraden, Kommilitonen, Kollegen und eben Freunde!

Besonders übel kann eine Konkurrenz zwischen Freund(inn)en ausarten, wenn beide um denselben Wunschpartner konkurrieren. Ein Muster, das ganzen Heerscharen von Soap-Autoren den Stoff liefert, im wahren Leben aber wenig unterhaltsam und dafür verdammt ätzend ist. Im schlimmsten Fall hat man das Gefühl, man muss man sich zwischen großer Liebe und bester Freundschaft entscheiden. Diese Situation ist ein derart verzwicktes Problem, dass wir ihm unter dem Titel Eifersucht einen eigenen Artikel in unserer Reihe über die größten Probleme in Freundschaften widmen.

Zurück also zum Konkurrenzdenken im Allgemeinen: Wenn Freunde sich immer stärker auf einen dauernden Wettbewerb zwischen einander fokussieren als auf das Verbindende in ihrer Freundschaft, dann verändern sich eben auch die freundschaftlichen Gefühle der oder dem anderen gegenüber, werden immer feindseliger und aggressiver. Auf diese Weise sind leider schon viele Freundschaften zerbrochen. Aber soweit muss es nicht so kommen!

Der Weg zur Lösung

Bevor sich ein anhaltender Wettstreit zwischen Freunden verschärft und zum Krieg ausartet besteht immer die Chance, dem ganzen rechtzeitig den Stachel zu ziehen. Wie bei den meisten zwischenmenschlichen Beziehungen liegt der Schlüssel dazu in zwei Begriffen: Selbstreflexion und Kommunikation. Anders ausgedrückt: erstmal gründlich drüber nachdenken und dann mit der / dem Anderen drüber sprechen. 😉

Wenn du merkst, dass eure Freundschaft unter Konkurrenzdenken leidet, solltest du versuchen, dir folgende Fragen so ehrlich wie möglich zu beantworten:

  • Worum geht es eigentlich? Worum konkurriert ihr?
  • Wann war das erste mal, dass du deine/n Freund/in als Konkurrent/in gesehen hast?
  • Was hast du selbst dazu beigetragen, eine Konkurrenz zwischen euch zu etablieren?
  • War es am Anfang ein scherzhaftes Konkurrieren? (z.B. den anderen foppen, weil man mehr Liegestützen geschafft hat etc.)
  • Ab wann wurde eure Konkurrenz für dich unangenehm?
  • Glaubst du die oder der andere empfindet es auch als Problem, wie es aktuell zwischen euch läuft?
  • Bist du bzw. seid ihr beide vielleicht zu stolz, um über den eigenen Schatten zu springen?
  • Was bedeutet dir die Freundschaft zu diesem Menschen?

Wenn du zu dem Schluss kommst, dass dir die betreffende Person wichtig ist und du eure Freundschaft gerade in der Krise siehst, dann solltest du unbedingt mit ihr/ihm darüber reden. Pack auf den Tisch, dass es dich stört, dass du in letzter Zeit ständig nur noch als Konkurrent/in gesehen wirst. Aber bleib fair und räum gegebenenfalls auch deine eigenen Fehler freimütig ein.

Gib deiner Freundin / deinem Freund die Chance, die Dinge aus ihrer/seiner Sicht darzustellen und sei offen für Kritik. Schlag vor, dass ihr beide einfach mal damit aufhört, euch ständig gegenseitig in irgendetwas übertrumpfen zu wollen, bzw. dem anderen unter die Nase zu reiben, worin man besser ist.

Fazit

Bemüh dich nach einem möglichst ausgiebigen Gespräch zu zeigen, dass du es ernst meinst und achte darauf dein eigenes Konkurrenzdenken und alles entsprechende Gehabe abzuschalten!

Sollte sich dann immer noch nichts ändern, suche immer wieder das Gespräch. Hilft auch das nichts und die Konkurrenz zwischen euch verdrängt immer mehr die Freundschaft, dann ist leider der Moment gekommen, der harten Wahrheit ins Gesicht zu sehen: es wird nichts mehr mit eurer Freundschaft. Zeit die Energie, die du vergebens in diese Freundschaft steckst in andere Freunde zu investieren. Oder in das Kennenlernen neuer Freunde.

Welche Probleme hattest du bisher mit deinen Freunden? Hast du sie lösen können und wenn ja, wie? Über welche Probleme mit Freunden würdest du gerne mehr erfahren und dazu Tipps zur Lösung erhalten?